Rivalen
In Interviews aus jüngster Zeit ließ Philippe Jaroussky durchblicken, sein neues Album sei das letzte, das Werke des Kastratenrepertoires in den Mittelpunkt stellt. Für seinen Abgesang hat er freilich noch einmal ein schlüssig konzipiertes Programm zusammengestellt und zwei große Musiker des 18. Jahrhunderts zusammengeführt: Nicola Porpora und Farinelli – Lehrer und Schüler, Komponist und Interpret.
In kluger Einschätzung der eigenen Möglichkeiten verzichtet Jaroussky auf allzu virtuose Arien, auch wenn ihm die entfesselten Koloraturen in der Gleichnisarie «Come nave in ria tempesta» aus «Semiramide regina» beeindruckend gelingen. Seine Hauptstärke war und ist der Cantabile-Gesang, das Spiel mit Klangfarben und dynamischen Valeurs, besonders deutlich in der berühmten «Alto Giove»-Arie aus «Polifemo» mit einem langen und berückend schön ausgeführten messa di voce zu Beginn. Für zwei Stücke konnte Cecilia Bartoli als Gast gewonnen werden, die nach Jarousskys Mitwirkung an ihrem Steffani-Projekt gewissermaßen einen Gegenbesuch abstattet und ideal mit dem Countertenor harmoniert. Kongenialer Partner ist das Venice Baroque Orchestra unter Andrea Marcon, das sowohl eigene Akzente setzt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Thomas Seedorf
Es beginnt ohne Orchester mit einem faszinierenden Klangsymbol. Eine knabenhaft helle, gleißende Sopranlinie fährt wie ein Lichtbogen durch den dunklen Raum. Auffällig an dem ansonsten schlichten Melisma das Tritonus-Intervall, als traditioneller diabolus in musica hier Vorbote von Verhängnis. Tatsächlich erscheint das periodisch im Stück wiederkehrende...
Die Tragödie ist so gut wie vergessen. Am 1. März 1954 geriet der japanische Fischer Aikichi Kuboyama nach einem Nukleartest der amerikanischen Marine unweit des Bikini-Atolls mit 22 anderen Seeleuten in einen radioaktiven Ascheregen. Ein halbes Jahr später war er tot. Das erste Opfer der Wasserstoffbombe. Eine Sekunde hielt die Welt den Atem an, dann ging sie zur...
Die Mannheimer Uraufführung von Bernhard Sekles’ erster Oper «Schahrazade» dirigierte 1917 der 31-jährige Wilhelm Furtwängler. Fritz Stiedry spielte sie mit Lola Artôt de Padilla 1920 an der Berliner Staatsoper, Clemens Krauss 1921 in Frankfurt nach. Weitere Inszenierungen kamen in Aachen, Hamburg, München, Stuttgart, Düsseldorf, Duisburg, Wiesbaden, Lübeck und...
