Gerettet

Smetana: Dalibor
Augsburg | Staatstheater | Martini-Park

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Dalibor ist gleich Florestan, Milada gleich Leonore, Wladislaw gleich Pizarro, Beneš gleich Rocco: Das Spiel geht – abgesehen von kleineren inhaltlichen Details – fast auf. Weniger mit einem Bedřich Smetana auf Plagiatstrip hat das zu tun, sondern mit dem Genre an sich. Rettungsopern bildeten ab Ende des 18. Jahrhunderts ein eigenes Biotop, behaupten kann sich bis heute nur Beethovens «Fidelio». Das könnte, ja sollte nun anders werden. Smetanas «Dalibor» wurde vom Staatstheater Augsburg dem Archiv entrissen, Frankfurt zieht im kommenden März nach.

Milada will, als Mann verkleidet, ihren geliebten, wegen Mordes verurteilten Dalibor aus dem Kerker befreien. König Wladislaw lässt ihn hinrichten, obwohl sich der Herrscher in einer reichlich späten Aufwallung nach Frieden sehnt. Bei der Revolte gegen ihn kommt auch Milada um. Nicht immer entwickelt sich diese auf Sagenhaftem basierende Handlung ohne Widerhaken, die theaterpralle, effektvolle Musik lässt einen allerdings die Waffen strecken.

Smetanas «Mein Vaterland» hört man deutlich heraus. Und doch darf man das nicht vorschnell unter Nationalpathos verbuchen. Hier erhebt sich kein unterjochtes Volk gegen fremde Mächte, der ...

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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Panorama, Seite 30
von Markus Thiel

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