Genuin lyrisch
Die Werke des von den Nazis ins englische Exil vertriebenen Österreichers Hans Gál (1890–1987) wurden erst in den letzten Jahren wiederentdeckt. Osnabrück spielte 2017 die dramatische Ballade «Das Lied der Nacht» (OW 6/2017), Heidelberg 2020 die fantastisch-komische Märchenoper «Die heilige Ente» (OW 5/2020). Anderes aus dem umfangreichen Schaffen des stilkonservativen Spätromantikers, darunter Symphonien sowie Konzerte, Kammer- und Klaviermusik, ist nach und nach auf CD erschienen.
Die jetzt von Christian Immler und Helmut Deutsch aufgenommenen 31 Lieder fügen seinem Schaffen eine neue Facette hinzu. 67 Lieder hat Gál zwischen 1910 und 1921 komponiert, aber nur fünf davon späterhin veröffentlicht und den Rest, wie seine Tochter Eva Fox-Gál im Booklet der CD schreibt, überaus selbstkritisch «weggelegt», sie aber nicht wie die zuvor entstandenen Jugendwerke vernichtet.
Dass Gál ein genuiner Lyriker war und für die Stimme zu schreiben wusste, zeigten bereits die beiden Opern. Als Liedkomponist stand er fest in der Tradition von Schubert, Schumann, Brahms und Hugo Wolf, hielt sich aber trotz seiner Vorliebe für die Dichter des Jugendstils und der Neuromantik sowohl von den ...
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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 33
von Uwe Schweikert
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