Genialer Erstling

Vincent Dumestre und sein Ensemble Le Poème Harmonique widmen sich erneut Lullys «Cadmus et Hermione»

Opernwelt - Logo

Mit Lullys «Cadmus et Hermione» begann die Geschichte der Tragédie en musique, der großen französischen Oper. Jean-Baptiste Lully und sein Textdichter Philippe Quinault vereinigten 1673 mehrere Theatergenres zu einer neuen Gattung, die sich in Frankreich rund 100 Jahre zu behaupten vermochte.

Die klassische Tragédie en musique, ein alle Register der Bühnenkunst ziehendes Spektakel, lässt sich eigentlich nur als Einheit von Szene und Musik begreifen und erleben.

Benjamin Lazar brachte «Cadmus et Hermione» 2008 in einer eng an historische Modelle angelehnten Inszenierung auf die Bühne. Die DVD, die eine Aufführung dieser Produktion an der Pariser Opéra Comique dokumentiert, vermittelt eindrucksvoll, wie eminent wirkungsvoll die Musik Lullys ist, wenn man sie stimmig zu den theatralischen Codes seiner Zeit in Verbindung setzt.

Vincent Dumestre und sein Ensemble Le Poème Harmonique waren das musikalische Rückgrat dieser Aufführung. Elf Jahre später hat Dumestre sich Lullys Erstlingsoper mit neuen Solisten und einem anderen Chor ein weiteres Mal angenommen und dabei nur auf die Musik konzentriert. Die Aufnahme entstand im Opernhaus des Versailler Schlosses, das zwar zur Entstehungszeit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 52
von Thomas Seedorf

Weitere Beiträge
Angedeutete Zeit

Die Premiere von Rossinis «Il turco in Italia» am 22. Februar 2020 war die letzte Vorstellung an der Scala, bevor das Theater zur Abwehr der Coronae-Pandemie geschlossen wurde. Rossini besingt ein idyllisches Bella Italia – «dich liebt der Himmel und die Erde!» Dagegen war am Tag der Premiere 60 Kilometer entfernt, in dem,  was die Italiener habsburgisch «il...

So leicht, so schön

Wagners «Tristan und Isolde», dieses weltverneinende, erotisch aufgeladene Opus metaphysicum, als Oper für Kinder? Dem jungen Regisseur Dennis Krauß gelingt das bei den Bayreuther Festspielen erstaunlich leicht, indem er das romantische Märchen herauspräpariert, das – von den «Meistersingern» abgesehen – eigentlich in allen Opern Wagners steckt. Weil die Kinder in...

Was kommt... September/Oktober 2021

Vielstimmig
Die Kulisse ist schlichtweg atemraubend. Vor allem am Abend, wenn die Sonne am Horizont verschwindet und die Arena Sferisterio, in der schon Luciano Pavarotti, Montserrat Caballé, Plácido Domingo und Marilyn Horne auftraten, nur noch von vokalem Glanz erleuchtet wird. 100 Jahre wird das Macerata Festival in diesem Jahr. Wir sind dabei

Vielseitig
Diese...