Genf: Wohldosiertes Heldentum
Ein Selbstläufer sei gerade dieser erste Akt, heißt es. Nicht nur wegen Wagners detaillierten Libretto-Anweisungen, sondern auch, weil die Musik extrem gestisch ist. Unerhört, minutiös aufgedröselt – und dabei so ungemein gefährlich. Das alles kann zum Mickey Mousing verführen. Es sei denn, da hört einer genau hin. Und bringt das Ganze auf die Bühne mit dem Geschmack, der Musikalität, vor allem dem Selbstbewusstsein des Theatermachers, der sich und der nach Neuem gierenden Opernszene nichts mehr beweisen muss.
In Genf ist das gerade passiert.
Denn so lyrisch, so intim, so berührend in seiner Natürlichkeit, so offen und einladend zum eigenen Nach- und Mitdenken hat man den ersten Aufzug und weite Teile der folgenden «Walküre»-Akte selten erlebt. Regisseur Dieter Dorn ist das zu verdanken, der hier sein auf mehrere Monate gestaffeltes «Ring»-Projekt fortsetzt, aber auch Dirigent Ingo Metzmacher. Der macht aus akustischer Not eine Tugend: Das Grand Théâtre klingt wie unterleibslos, die satte Grundierung fehlt. Ein Haus geschaffen für Kammermusikalisches, nicht für Eruptives.
Folglich interessiert sich Metzmacher für die Feinmechanik der Partitur. «Modern», dieses Etikett wurde seiner ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Markus Thiel
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Hänsel und Gretel: 3.
– Rusalka: 5., 10., 24.
– Fidelio: 19.
Altenburg
siehe Gera
Annaberg-Buchholz
Tel....
Frau Herlitzius, Ihr Operndebüt absolvierten Sie mit 30 Jahren relativ spät. Brauchen große Stimmen länger?
Ja, natürlich. Das Wissen darum scheint allerdings etwas verloren gegangen zu sein ... Es ist ja ein gewaltiger Unterschied, ob Sie eine Vespa fahren oder einen Schwerlaster. Und das Ziel ist, den Schwerlaster genauso flexibel zu lenken wie die Vespa. Es geht...
So omnipräsent Verdis Glanzstücke der mittleren und späten Jahre sind – die meisten frühen Opern seiner schaffenswütigen «Galeerenjahre» blieben fast unbeachtet. Ausnahmen bestätigen die Regel. Simone Young, Generalmusikdirektorin und Intendantin der Hamburgischen Staatsoper, hat unter dem Motto «Verdi im Visier» eine Trilogie der so ungewöhnlichen wie kompakten...
