Generation Onegin

Musiktheater über Musiktheater? Beobachtungen beim Berliner Festival «Infektion!»

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Jahrzehntelang bekamen Regisseure, die schöpferisch mit klassischen Werken umgehen, zu hören, sie sollten doch lieber neue Stücke schreiben. Genau das ist jetzt beim dritten «Infektion!»-Festival der Berliner Staatsoper geschehen. Seine beiden repräsentativen Uraufführungen sind Opern über Opern. Claus Guth und Helmut Oehring haben im Schiller Theater Henry Purcells Semi-Opera «The Fairy Queen» von 1691 «überschrieben».

Falk Richter nimmt an der Schaubühne Szenen aus «Eugen Onegin» zum Ausgangspunkt einer Stückentwicklung im Stil seiner interdisziplinären Projekte «Protect Me», «Trust und Rausch». Ist das der Weg des Neuen Musiktheaters, das sich das Festival programmatisch vorgenommen hat?

Tschaikowskys Original hatte Richter 2008 ­unter Seiji Ozawa in Tokio inszeniert. «For the Disconnected Child» befreit sich vom Ballast der Vorlage und bringt nur auf die Bühne, was Richters Meinung nach den aktuellen Stückgehalt ausmacht: die Geschichte eines Jedermanns, der in der neoliberalen Welt unendlicher Angebote von dem «Zwang der Freiheit», sich auf eine Option festzulegen, überfordert wird. Und die ebenso exemplarische Geschichte einer zurückgewiesenen Jederfrau, die von demselben ...

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Opernwelt August 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Boris Kehrmann

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