Brüder im Geiste
Draußen vor der Helmut-List Halle, in einem an Sultan Saladins Zeiten erinnernden Zelt, prangt das Logo eines Energie versprechenden Prickeldrinks. Doch wer braucht hier ein Aufputschmittel? Wohnt nicht jeder Harnoncourt-Premiere ohnehin ein Prickeln inne, zumal, wenn es sich um Offenbach handelt? Beide Herrschaften verbindet ja mehr als das Cellospiel und die Mitgliedschaft bei der Légion d’honneur.
Seit Langem begeistert der Grazer Maestro, dessen voller Name Nikolaus Graf de la Fontaine und d’Harnoncourt-Unverzagt auf seine gallischen – genauer: lothringischen Wurzeln – verweist, sich für den deutsch-französischen Maître der Bouffes-Parisiens. Aufführungen von «La belle Hélène» und «La Périchole» (beide in den 1990er-Jahren in Zürich) sowie der «Grande-Duchesse de Gérolstein» (vor zehn Jahren in Graz) belegten dies mit Verve. Nun nahm Nikolaus Harnoncourt sich im Zeichen des diesjährigen Styriarte-Mottos «Gefährliche Liebschaften» Offenbachs «Barbe-Bleue» vor, eine köstliche Verhohnepipelung der Legende vom nuptialen Serienmörder.
Das Publikum der Uraufführung am 5. Februar 1866 im Théâtre des Variétés in Paris war freilich eher verstört. Und auch danach konnte sich das Stück ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Gerhard Persché
Ein Dirigentenstar als Vorkämpfer der Avantgarde – diese Konstellation gibt es in der Interpretationsgeschichte des 20. Jahrhunderts nur höchst selten. Als 1923 der Klavierauszug von Alban Bergs «Wozzeck» erschien, war der gerade zum Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper ernannte Erich Kleiber der Einzige, der sich für die Uraufführung des Werks...
arte
2.8. – 5.10 Uhr
Max Emanuel Cencic
singt Vivaldi und Caldara. Il Pomo d’Oro, Riccardo Minasi.
4.8. – 12.25 Uhr (1)
21.8. – 6.00 Uhr (1)
11.8. – 12.30 Uhr (2)
23.8. – 6.00 Uhr (2)
18.8. – 12.30 Uhr (3)
22.8. – 6.00 Uhr (3)
25.8. – 12.40 Uhr (4)
Wagner versus Verdi.
Dokumentation. 1. Die Revolutionäre. Film von Pepe Pippig. 2. Verdis Welt. Film von Anna Schmidt. 3. Die...
Die CD eingelegt, den Startknopf gedrückt, und schon können wir sie vor uns sehen, die Runde unternehmungsfroher Sänger, ums Fortepiano geschart zur Schubertiade. Wir meinen zwischen den Titeln das Rascheln von Notenblättern zu ahnen, Gelächter, Geplauder. Sei’s in einer Wiener Wohnung, oder eben im Berliner Teldex Studio. Keine Frage: Atmosphärisch ist sie, diese...
