Das Ende der Kleopatra
Die Figur der Kleopatra ist nicht nur Kino-, sondern auch Theatergängern geläufig, vor allem durch Shakespeares «Antony and Cleopatra». Daran, dass auch Jules Massenet, der Großmeister der französischen Oper des Fin de Siècle, ein Bühnenwerk über die ägyptische Königin (69–30 v. Chr.) geschrieben hat, dürften sich allerdings selbst Experten bis vor Kurzem kaum erinnert haben. Auch Werke, die einst als bedeutend gefeiert wurden, können so gut wie spurlos aus der Rezeptionsgeschichte verschwinden.
Uraufgeführt wurde «Cléopâtre» zwei Jahre nach Massenets Tod: 1914 in Monte Carlo, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs, den die Grand Opéra als Gattung nicht überlebte. Jetzt kehrte dieses Schlussstück der mehr als drei Dutzend Opernwerke Massenets auf die Bühne zurück. In Marseille, einer der Kulturhauptstädte Europas, wurde es unter der umsichtigen musikalischen Leitung von Lawrence Foster aus der Versenkung geholt – streckenweise etwas steifledern und mit nicht besonders sinnlich-exzessiv wirkendem Klangresultat. Es ging in erster Linie um die Erfüllung eines an Marseille ergangenen Kulturauftrags: Man sollte sich um die afrikanische «Gegenküste» und deren Themen kümmern.
Das Libretto ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Frieder Reininghaus
Erfolgreiche Wiederbelebungen barocker Opern haben in Glyndebourne Tradition: zunächst mit Werken von Cavalli und Monteverdi in den 1960er- und 1970er-Jahren, ab Mitte der Neunzigerjahre dann mit Händel- und zuletzt mit Purcell-Opern. Auch in diesem Jahr setzte die Festival-Leitung diese programmatische Linie fort und wartete zum ersten Mal mit einer Oper von...
Draußen vor der Helmut-List Halle, in einem an Sultan Saladins Zeiten erinnernden Zelt, prangt das Logo eines Energie versprechenden Prickeldrinks. Doch wer braucht hier ein Aufputschmittel? Wohnt nicht jeder Harnoncourt-Premiere ohnehin ein Prickeln inne, zumal, wenn es sich um Offenbach handelt? Beide Herrschaften verbindet ja mehr als das Cellospiel und die...
Vierzehn Tage nach Absage der Händel-Festspiele herrscht Kaiserwetter in Halle. Von Flutschäden ist nichts mehr zu sehen. Nur die Verantwortlichen streiten öffentlich, ob die Absage nötig war. Halles Opernintendant Axel Köhler holt seine ausgefallene Premiere, Händels erste Oper, «Almira, Königin von Kastilien» (1705), nach, weil das Haus die Produktion braucht.
Wer...
