Generalprobe

Katharina Wagner hat die Entstehung ihrer Bayreuther «Meistersinger»-­Inszenierung dokumentieren lassen

Opernwelt - Logo

Das hat es bisher noch nicht gegeben: Klassik-Pop vom Grünen Hügel. Katharina Wagner macht’s möglich. «Sie liebt rockige Musik und Fitness», sagt der Erzähler in Dagmar Krauß’ achtzigminütiger Filmdokumentation über die Arbeit an der erstmals 2007 zur Diskussion gestellten «Meistersinger»-Produktion, mit der die jüngste Tochter Wolfgang Wagners ihren Anspruch auf das Erbe des Vaters auch künstlerisch zu unterstreichen sucht. Während der Vorspann läuft, schallen Klavier und Drums aus den Boxen.

Coolen Beats, mit viel Streichersülze und Chorschmalz angereichert, begegnen wir immer dann, wenn, in rasantem MTV-Schnitt, der unstillbare Tatendrang der Regisseurin (und faktischen Interimschefin des Festspielbetriebs) rüberkommen soll. Was da im Hintergrund dudelt, ist mit Bedacht ausgewählt: «Dangerous Adventure», «Great Achievement», «Against all Odds» lauten die Titel der Songs. Auf dass niemand die Botschaft verpasse: Die Kathie, die packt’s.
Und zwar in allen Lebenslagen. Autogramme vor der Eröffnungspremiere, Vortrag vor dem Bühnenmodell, Erläuterungen zum Stück, zu den Figuren, zum Thema Opernregie, in Aktion mit Sängern und Choristen – diese Frau wird mit jeder Situa­tion fertig. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: CDs, Seite 65
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Nach Sonnenfinsternis

Die exorbitanten Benzinpreise hatten offenbar auch viele sonst im eigenen Gefährt anreisende Besucher des Festivals von Glyndebourne dazu veranlasst, wie in alten Zeiten den Zug zu benutzen. Auf jeden Fall war der oben beim Ausgang der pittoresken Bahnstation von Lewes wartende Zubringerbus, ein geräumiger Doppeldecker, bald überfüllt und ließ etwa zwei Dutzend...

Bis zur Weißglut

Wenn Don Giovanni etwas Luziferisches hat, wenn er jenes weiß glühende Feuer verbreitet, an dem man sich nur verbrennen kann, so hat Elke Neidhardt diesen Charakterzug in ihrer Inszenierung von Mozarts Meisterwerk an der Oper in Sydney genau getroffen. Besonders das Finale (ohne das atavistische, moralintriefende Sextett) beeindruckt: In der Spitze des sich nach...

In Maßen erträglich

Die nicht zum Bayreuther Kanon zählenden Frühwerke Wagners sind in den Vereinigten Staaten nie auf einen grünen Zweig gekommen. «Rienzi» hatte während der ersten Welle der amerikanischen Wagner-Begeisterung (1886-1890) eine kurze Blütezeit an der Met, danach ist das Stück kaum mehr gespielt worden. Die New York City Opera präsentierte 1982 in halbszenischen...