Geheimnislos
Leoš Janáček hat es den Regisseuren seiner Bühnenwerke wahrlich nicht leicht gemacht. Da verschlägt es einen gewissen Herr Brouček mal eben auf den Mond oder es wechselt die Hauptfigur, wie in der «Sache Makropulos», permanent ihren Namen (und die Jahrhunderte gleich dazu).
Die größte Herausforderung jedoch stellt «Das schlaue Füchslein» dar: Hier sieht die Partitur ein Figurenensemble vor, dem «Dachs», «Dackel», «Heuschrecke» und eine «Schopfhenne» angehören (um nur einige zu nennen) sowie die Titelheldin, die spricht und singt, liebt und leidet – und zuletzt sterben muss. Vordergründig erzählt diese Tierfabel-Oper von den Abenteuern der vom Förster eingefangenen Füchsin Schlaukopf, die am Försterhaus aufwächst, dann aber entflieht und bei ihren Begegnungen in der Wald- und Menschenwelt ganz nebenbei mit den großen Fragen des ewigen Lebenskreislaufs in Berührung kommt. Wie aber realisiert man das auf der Bühne?
In Chemnitz dergestalt, dass alles Parabelhafte ausgeklammert wird. In ihren zweiten gemeinsamen Arbeit am Haus machen Regisseur Joan Anton Rechi und sein Ausstatter Sebastian Ellrich aus der jungen Füchsin eine hospitalisierte Heranwachsende (Marie Hänsel) im rosa ...
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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 31
von Werner Kopfmüller
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