Gefühlsproben

Heidelberg, Henze: Phaedra

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Ganz entspannt sitzen die Orchestermusiker auf der Bühne des Heidelberger Theaters, man wartet noch auf die Solisten. Offenbar soll eine sogenannte Sitzprobe stattfinden, in der die Sänger zum ersten Mal ihre Partien mit dem großen Orchester ausprobieren. Zur Sicherheit liegen die Klavierauszüge bereit, alle warten auf die Sopranistin. Schließlich wird es den Beteiligten zu dumm, sie fangen schon mal an mit der Konzertoper «Phaedra».

Kurz darauf hat auch die Diva ihren großen Auftritt, legt erst mal die Einkaufstüten ab, um gerade noch rechtzeitig für ihren Einsatz am Notenpult anzukommen.
Bei der Uraufführung an der Berliner Staatsoper hatte Regisseur Peter Mussbach in der Rauminstallation von Olafur Eliasson auf monumentale und rätselhafte Größe gezielt. Die tragische Liebe der Mutter zu ihrem Sohn trat in den Hintergrund zugunsten eines magischen Bildertheaters. Daniel Cremer stellt in seiner Inszenierung das Gemachte, das Brüchige des Stücks in den Vordergrund. Aus der Probensituation entwickelt sich geradezu beiläufig die Geschichte emotionaler Abhängigkeit und unbändigen Hasses. Der naive Hippolyt ist in Gestalt des elegant phrasierenden Emilio Pons zu Beginn noch ganz Tenor, ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Panorama, Seite 44
von uwe Friedrich

Vergriffen
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