Bellini total

Zwölf Gesamtaufnahmen aus einem halben Jahrhundert bei Dynamic

Opernwelt - Logo

Bellinis komplettes Opernschaffen in einer kleinen handlichen Kassette zu veröffentlichen, verbunden mit einer CD-ROM, die alle Libretti in italienischer Sprache enthält, sowie mit einem fachkundigen Booklet-Aufsatz des Bellini-Spezialisten Friedrich Lippmann – das ist eine glänzende Idee. Denn anders als seine Kollegen Rossini und Donizetti, die er als Rivalen empfand, hat der früh verstorbene Meister aus Catania von der großen Belcanto-Renaissance der letzten fünf­zig Jahre nur am Rande profitiert.


Freilich, wenn man jetzt die Gelegenheit hat, auch seine lange in den Archiven verstaubten Nebenwerke kennenzulernen, muss man einräumen, dass manches völlig zu Recht in Vergessenheit geraten ist. Vor allem bei den ersten beiden Opern «Adel­son e Salvini» und «Bianca e Fernando» findet man das alte Sprichwort bestätigt, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Bellini zeigt hier noch keine eigene Handschrift und lässt die späteren Meisterwerke nicht einmal ahnen. Da die beiden Mitschnitte aus Catania (1992) kaum vokale Glanzlichter bieten, sind sie von lediglich archivarischem Interesse.
Auch mit «La straniera» und «Zaira» (nach Voltaire) hatte der Komponist wenig Glück. Das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2008
Rubrik: Medien/CDs, Seite 28
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Mensch im Schrank

Zweimal Fabrice Bollon. Der neue Freiburger GMD – nach zwei Interims-Spielzeiten mit Patrik Ringborg und Gerhard Markson – erschien bei seinem Amtsantritt gleich doppelt. Als Dirigent von Carl Maria von Webers «Freischütz» entpuppt er sich weniger als brütender Romantiker denn als Klassizist eines betont offenen, kammermusikalisch ertüftelten und im Instrumentarium...

Nights at the Opera

Musikalisch, stilistisch und dramatisch hat Puccini in «Il trittico» drei verschiedene, in sich schlüssige Welten entworfen. Jeder dieser Ein­akter könnte auch ohne die beiden anderen bestehen. Ein Haus, das alle Stücke an einem Abend zeigt, lässt sich so auf eine künstlerische Herausforderung ein, die der einer «Ring»-In­szenierung kaum nachsteht. In Los Angeles...

Fremder Bruder Tod

Jeder stirbt für sich allein. Der Tod macht hilflos, sprachlos. Auf dem Weg vom Hier zum Dort ist der Mensch auf sich zurückgeworfen. Egal, woher er kommt. Egal, wo er steht. Egal, wer bei ihm ist. Wenn das sichere Ende naht, hilft nur noch Gott. Oder die Musik. Oder gar nichts. Denn der Tod ist auch banal, das Sterben eine ziemlich triviale Sache. Ein Geschäft zum...