Fulminante Raumfahrt
Es dauerte ziemlich lange, bis der Opernbetrieb das Attraktionspotenzial, fast möchte man sagen: den impliziten Eventcharakter der Grand opéra à la Meyerbeer neuerlich erkannte. Seit rund zwei Jahrzehnten aber scheint das Eis gebrochen und damit auch der lange Arm des Antisemiten und Meyerbeer-Hassers Richard Wagner. Von Einfluss war dabei wohl auch der dank des internationalisierten «Marktes» auffälligere Sängerfrühling und nicht zuletzt der 1990 in Deutschland neu gegründete Meyerbeer-Verein. All das ist zumindest Indiz für wachsendes Interesse.
So kann der nun für Frankfurts «Afrikanerin – Vasco da Gama» gewonnene Regisseur Tobias Kratzer schon als Meyerbeer- und Wagner-Experte zugleich gehandelt werden: Vom Pariser Meister waren bemerkenswerte Kratzer-Inszenierungen unlängst in Nürnberg und Karlsruhe (wo auch Kratzers «Götterdämmerung» tagte) zu erleben. Und noch eine Belebungs-Annonce: Von Meyerbeers letzter, 1865 posthum uraufgeführter Oper erstellte die Philologie eine (2013 in Chemnitz aus der Taufe gehobene) Alternativfassung, die dem Komponistenwillen mehr entsprechen dürfte als der traditionell praxisüblich gewesene Notentext. Dem dabei ebenfalls wieder eingesetzten ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Hans-Klaus Jungheinrich
alpha
01.04. – 20.15 Uhr
Günter Wand dirigiert Beethoven
Symphonie Nr. 6 F-Dur, op. 68 – «Pastorale»
NDR-Sinfonieorchester,Schleswig-Holstein Musik Festival 1994
08.04. – 20.15 Uhr
Concerto Köln spielt Händel
Suite für Orchester Nr. 1 F-Dur,
Vivaldi
Konzert für Oboe, Streicher und Basso continuo C-Dur,
Dall'Abaco
Concerto a più istrumenti
D-Dur op. 5
Schwetzinger SWR...
Nach wie vor gilt Bohuslav Martinůs «Julietta» als Rarität, obwohl es in letzter Zeit einige gelungene Wiederbelebungsversuche gab, darunter in Berlin, Zürich und Frankfurt. Nun hat sich – in deutscher Fassung – auch das Wuppertaler Opernhaus auf dieses formal eigenwillige Werk eingelassen, das Sprechgesang, gesprochene Dialoge, Volkstümliches, Jazziges und...
Natürlich ist es nicht so gewesen. Natürlich haben Lenin, Albert Einstein, Paul Klee und ihre Ehefrauen sich um 1905 herum nie in Bern getroffen. Flankiert von dem Schriftsteller Robert Walser, der wie ein Flaneur um die Paare schwänzelt und deren «Formeln» von der Neuordnung der Welt in der Physik, der Bildenden Kunst und mit den Konjunktiven einer poetischen...
