Gefährdetes Trio
Die Türen sind verschlossen, der ganze Bau mit seiner wuchtigen Waschbetonfassade scheint in einen Dornröschenschlaf gesunken zu sein. Wer dieser Tage vor Berlins Deutscher Oper steht, könnte glauben, die Politik habe bereits kurzen Prozess mit dem zweitgrößten Opernhaus der Republik gemacht und es ebenso abgewickelt wie das nur einen Katzensprung entfernte Schiller-Theater. Tatsächlich ist das Haus nur vorübergehend geschlossen – für die Grundsanierung der Bühnentechnik mussten diese und die kommende Saison um jeweils zwei Monate verkürzt werden.
Und doch könnte es durchaus sein, dass es künftig öfter so einsam an der Deutschen Oper sein wird. Denn spätestens seit Berlins Kultursenator Thomas Flierl und der Generaldirektor der Berliner Opernstiftung, Michael Schindhelm, Anfang April bekannt gaben, dass die bis 2009 auf 99 Millionen Euro sinkenden Zuschüsse nicht reichen werden, um den Betrieb der drei Opernhäuser und des mit ihnen verbundenen Staatsballetts zu finanzieren, ist klar, dass der Berliner Opernlandschaft eine weitere einschneidende Veränderung bevorsteht. Stück für Stück hat sich im Verlauf des letzten Jahres gezeigt, dass die Stiftung von Anfang an keine reelle ...
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