Ganz schön naiv

Wagner: Das Rheingold am Staatstheater Meiningen

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Markus Lüpertz ist ein Bildkünstler mit unverkennbarer Handschrift und ein Original mit tiefer Liebe zum Musiktheater. Damit hat er schon einmal mehr Qualitäten versammelt als das Gros der aktuell angesagten Moderegisseure. Freilich ist damit allein noch keine Spitzenklasse garantiert, und auch dieses «Rheingold» lässt mindestens hinsichtlich der Personenführung Fragen offen. Da macht sich der Meister gar nichts daraus, Wagners Personal fast durchweg rampenparallel agieren zu lassen, und auch ges -tisch-mimische Feinheiten sind weniger angesagt.

Doch gerade so – die Bühnenwelt kann paradox sein – entfaltet sich ein lebhaftes Spiel symbolischer Verkürzungen und Verdichtungen. Güldene Flügelhelme für die Götterwelt wie anno dunnemals; Riesen, die auf klobigen Kothurnen und in Holzfällerkluft mit kindskopfgroßen Gürtelschnallen hereinstapfen; Alberichs Riesenwurm- und Kröte-Metamorphosen in puppentheatralischer Direktheit und die Regenbogenbrücke im Finale als kreischend bunter Stofflappen über Fasolts mannshohem, polternd von der Seite hereingerolltem Kopf … Natürlich steckt in solch lockerer Kinder-Naivität immer auch ein Stück hintergründiger Ironie; doch die demonstrative ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Panorama, Seite 62
von Gerald Felber

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