Näher geht's nicht

Gute Einstiegsdrogen: Das Allee Theater in Hamburg zeigt «Hoffmanns Erzählungen», in der Elbphilharmonie singt Elsa Dreißig Bellini

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Drei Notenpulte stehen vor dem Eingang in den Zuschauerraum des Allee Theaters. Noch sind die Flügeltüren in den Saal verschlossen. Kaum eingetreten in das Foyer von Hamburgs kleinstem Opernhaus sind wir dennoch gleich mittendrin im munteren Geschehen. Und unversehens spielen wir mit. Es braucht ein paar inspirierende Irritationsmomente, um das Experiment in diesem Pausenraum der Kammeroper zu kapieren: Publikum und Darsteller mischen sich in dieser teuren (Vor-)Halle der Kunst, die für die Premiere von «Hoffmanns Erzählungen» kurzerhand in «Auerbachs Cocktailbar» umgetauft wurde.

Da tritt nun ein junger Mann in Rocker-Kluft, Springerstiefeln und mittelalterlich anmutendem Langhaar an ein Stehpult – und wir schauen ihm dabei direkt über die Schulter. Er zeichnet manisch Bilder seiner verflossenen Lieben auf die Blätter eines Notizblocks und schreibt die Erinnerungen an seine Vergangenheit auf. Dieser Künstlertyp von heute identifiziert seine Flucht vor dem Scheitern seiner Lieben im kollektiven Alkoholrausch der Cocktailbar mit der Biographie des E. T. A. Hoffmann, vergleicht seinen eigenen Schmerz mit den Erzählungen des Dichters. Da taucht eine glamouröse Diva an der Hand eines ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Peter Krause

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