Näher geht's nicht
Drei Notenpulte stehen vor dem Eingang in den Zuschauerraum des Allee Theaters. Noch sind die Flügeltüren in den Saal verschlossen. Kaum eingetreten in das Foyer von Hamburgs kleinstem Opernhaus sind wir dennoch gleich mittendrin im munteren Geschehen. Und unversehens spielen wir mit. Es braucht ein paar inspirierende Irritationsmomente, um das Experiment in diesem Pausenraum der Kammeroper zu kapieren: Publikum und Darsteller mischen sich in dieser teuren (Vor-)Halle der Kunst, die für die Premiere von «Hoffmanns Erzählungen» kurzerhand in «Auerbachs Cocktailbar» umgetauft wurde.
Da tritt nun ein junger Mann in Rocker-Kluft, Springerstiefeln und mittelalterlich anmutendem Langhaar an ein Stehpult – und wir schauen ihm dabei direkt über die Schulter. Er zeichnet manisch Bilder seiner verflossenen Lieben auf die Blätter eines Notizblocks und schreibt die Erinnerungen an seine Vergangenheit auf. Dieser Künstlertyp von heute identifiziert seine Flucht vor dem Scheitern seiner Lieben im kollektiven Alkoholrausch der Cocktailbar mit der Biographie des E. T. A. Hoffmann, vergleicht seinen eigenen Schmerz mit den Erzählungen des Dichters. Da taucht eine glamouröse Diva an der Hand eines ...
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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Peter Krause
Nicola Porpora ist vor allem als Gesanglehrer zweier weltberühmter Kastraten, Cafarelli und Farinelli, in Erinnerung geblieben. Für sie schrieb er die Partien des Ulisse und des Aci im «Polifemo», seiner bekanntesten Oper, die 1735 in der mit Händels Opernakademie konkurrierenden Londoner Adelsoper zur Uraufführung kam. Mit dem begnadeten Melodiker und...
Lauter schwierige Patienten», hieß mal eine Gesprächsreihe im Fernsehen des SWR, in der Marcel Reich-Ranicki gemeinsam mit Peter Voß schwer einsortierbare Autoren behandelte. Erich Kästner gehörte dazu, Inge -borg Bachmann, Golo Mann. Wäre es in dieser Sendereihe um Komponisten gegangen, hätte César Franck wohl einen festen Platz gehabt: ein Mann, der nahezu...
Herr Heide, dürfen wir uns das Verhältnis zwischen einer Sängerin oder einem Sänger und einem Pianisten als ein erotisches vorstellen?
Das dürfen Sie, allerdings gefielen mir da auch Beschreibungen wie «innig», «freundschaftlich» oder «symbiotisch». Aber jetzt, wo Sie fragen, kommt mir sofort eine Sentenz von Christa Ludwig in den Sinn, die im hohen Alter...
