Mühelos, zwanglos
Ottorino Respighis Musik ist eine Region auf der musikalischen Landkarte, die der vollen Entdeckung und Würdigung noch harrt. Einsame Gipfel daraus grüßen weit ins Land, vor allem die Tondichtungen für großes Orchester «Feste», «Fontane» und «Pini di Roma». Sie begründeten den Ruf eines populären Komponisten, dem, wohl als Antwort auf die wirkungsvolle Klangentfaltung dieser Werke, gern, aber ohne Belege, eine Nähe zum Faschismus nachgesagt wurde.
Nach und nach fällt der Blick auf jene Teile eines umfangreichen Œuvres, die bis dato im Schatten der «Römischen Trilogie» standen. Vergangene Weihnachten erschien die wundersame Pastorale «Lauda per la natività del signore» auf CD, gesungen vom Chor des Bayerischen Rundfunks, dirigiert von Howard Arman; «Il tramonto» für Gesang und Streichquartett wurde sowohl von Anne Sofie von Otter als auch von Nina Stemme der Vergessenheit enthoben; vor zwei Jahren landete die Deutsche Oper Berlin mit «La fiamma», Respighis letzter vollendeter Oper, einen großen Erfolg. Was ist in diesen Stücken zu entdecken? Ein Komponist, der souverän über eine breite instrumentale Farbpalette verfügt, weite dramaturgische Zusammenhänge zu gestalten versteht, ...
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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Medien, Seite 47
von Clemens Haustein
Das Kino hat die Oper beerbt. So zumindest sieht es der Regisseur Davide Livermore, der aus musikgestützten Bühnenwerken gern opulente Bühnen-Filme im Breitwandformat macht. Folgerichtig verwandelt sich Händels «Giulio Cesare» in einen Thriller à la «Tod auf dem Nil». Tolomeo ist monarchischer Eigner eines gleichnamigen Luxusdampfers aus den 1920er-Jahren, sprich:...
Der Etat gäbe es her. Kelch, Speer, etwas rote Farbe für die Wunde, all das könnte sich das Landestheater Niederbayern schon leisten – auch wenn man naturgemäß klamm ist. Allein: Nichts davon ist zu sehen in diesem «Parsifal». Als Amfortas am Altar steht und das verdeckende Tuch wegzieht, ist da: nichts. So entzückt die Ritter auch die Leerstelle betrachten und ihr...
Ist es eine bittere Ironie der Geschichte, dass Puccinis qualvolles Ende im Grunde ein veristischer Opernstoff ist, ganz ähnlich wie der Komponist ihn mehrfach während seines Lebens einfühlsam, immer aber auch mit der Lust des Voyeurs für die Bühne vertont hatte? Die Torturen der Kehlkopf-Operationen, die Gewissheit der Brüsseler Ärzte zunächst, ihn geheilt zu...
