Editorial Opernwelt 5/26

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Als der Würfel gefallen war, hatte er keine Wahl mehr. Alle Türen zu, keine Optionen, nirgends. Und wer weiß, ob nicht Markus Hinterhäuser in diesem Moment, als ihm klar wurde, dass er nicht länger Intendant der Salzburger Festspiele bleiben würde, Wotans Satz in den Sinn gelangte: «Nur eines noch will ich – das Ende.

» Andere wiederum, die dem gestürzten König von der Salzach aus mehr oder minder nachvollziehbaren Gründen vermutlich keine einzige Träne nachweinen, werden in der gleichen Sekunde an den «Rosenkavalier» gedacht haben, an jene bitter-spöttische Sentenz der Feldmarschallin, nachdem sich Baron Ochs «unter Zeremoniell» aus ihren Gemächern verabschiedet hat: «Da geht er hin, der aufgeblasene, schlechte Kerl und kriegt das hübsche, jung Ding und einen Pinkel Geld dazu.»

Wie hoch die Summe ist, die auf Hinterhäusers Konto landet, ist unbekannt; darüber wird in solchen Fällen stets höfliches Stillschweigen vereinbart. Grämen muss sich der geschasste Intendant indes kaum. Die Abfindung wird eine erkleckliche Höhe haben (sein Ende März mit sofortiger Wirkung aufgelöster Vertrag lief bis 2031), und sein Netzwerk ist so dicht gewebt, dass er irgendwo in dieser bunt schimmernden ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten

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