Furioses Familiendrama

Braunschweig, Mayr: Fedra

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Johann ­Simon Mayr (1763-1845), einer der erfolg­reichsten Opern­komponisten seiner Zeit, war lange nur als Lehrer Donizettis ein Begriff. Die beispiellose Renaissance, die sein Schüler in den letzten fünfzig Jahren erlebte, hat auch das Interesse an Mayrs Werken neu entfacht. Aufnahmen seiner Opern «Medea in Corinto» und «Ginevra di Scozia» dürften zur Schatzgräberstimmung beigetragen haben. So kam es nun in Braunschweig zu einer verspäteten deutschen Erstaufführung seiner vorletzten Oper «Fedra».

Ihr Schöpfer war, als die Oper zu Beginn der Karnevalssaison im Dezember 1820 an der Mailänder Scala herauskam, bereits 57 Jahre alt, hochgeehrt und nicht mehr in Mode. Längst hatte Gioacchino Rossini für die Opera seria einen neuen Maßstab gesetzt. Antike Stoffe waren eingermaßen «out». Und die Götter, die in der Geschichte von Phae­dra, die in töd­licher Liebe zu ihrem Stiefsohn Hippolytos entbrennt, eine so maßgebliche Rolle spielen, erst recht. Das Lib­retto Luigi Romanellis basiert auf Jean Racines klassizis­tischem Versdrama «Phèdre» (1677), das zuvor schon Jean-Philippe Rameau («Hippolyte et Aricie», Paris 1733) und Tommaso Traetta («Ippolito ed Aricia», Parma 1759) zu Vertonungen ...

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Opernwelt Mai 2008
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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