Für mich ist Mozart wahrer Belcanto
Herr Schuen, Sie sind noch jung. Ganz pauschal gefragt: Was würden Sie als Sänger gern erreichen? Welche Ziele haben Sie?
Ich möchte all das singen, was zu meiner Stimme und meiner Person passt. Und zwar so, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Eines ist mir jetzt schon klar: Ich werde bestimmt nicht ausschließlich Oper machen. Wenn ich Lieder singe, geht mir das Herz auf. Auch im Konzert möchte ich mich entwickeln – vielleicht die schwierigste Sparte: Man geht rein, wartet, singt, pausiert, singt.
Die Herausforderung besteht darin, sich nicht von dem stressen zu lassen, was einem so durch den Kopf geht, wenn man nicht dran ist. Auf der Opernbühne bewege ich mich ja ständig, bin auch als Schauspieler gefragt. Da kommt man nicht so schnell ins Grübeln.
Wie lange lassen Sie eine Partie reifen, bevor Sie sich mit ihr hinauswagen?
Ich bin da sehr vorsichtig, weil man nie genau weiß, wie und wohin sich die Stimme entwickelt. Wenn man sich falsch einschätzt, kann ganz schnell Schluss sein. Sei es, dass eine Partie für die Stimme zu schwer ist. Sei es, dass man eine Rolle noch nicht gut genug auf der Bühne rüberbringen kann. Man tut sich keinen Gefallen, wenn man zu früh zu viel ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Christoph Vratz
Rossini – «eine mediterrane Frohnatur»? Mitnichten: «Tatsächlich war [er] jahrzehntelang ein schwerkranker Mann.» Arnold Jacobshagen unterzieht in seinem Rossini-Buch viele lieb gewordene Mythen einer kritischen Überprüfung, mal systematisch (wenn er sich den verschiedenen Operngattungen in Rossinis Werk und später dessen möglichen Vorbildern widmet), mal...
Herr Meister, Sie sind Chefdirigent des RSO Wien. Musikchefs sind in Wien rar. Werden Sie am Karlsplatz schon auf Händen getragen?
Nicht, dass ich wüsste ... Obwohl: Ich bin mal kurz hintereinander mit demselben Wiener Taxifahrer gefahren. Als ich ihn auch beim zweiten Mal bat, die Musik im Radio abzuschalten, meinte er: «Ach ja, ich erinnere mich: Sie sind doch...
Kleingeistige Tyrannen, Odalisken, Harems, grausame Bestrafungen und dergleichen mehr wurden – als Versatzstücke einer dem Exotismus huldigenden Kunst – bereits seit Rossinis «L’italiana in Algeri» verspottet, als Verdi sich mit «Il corsaro» (1848) zum zweiten Mal einer Vorlage Lord Byrons widmete. Nach den politisch aufgeladenen «Due Foscari» (1844) geriet die...
