«Für einen Clown geht es immer irgendwie weiter»
Herr Villazón, Sie singen viel, aber mittlerweile inszenieren auch Sie fast so viel wie hauptberufliche Regisseure. Wann haben Sie eigentlich die Zeit gefunden, das Buch zu schreiben? Zwischen zwei und vier Uhr morgens?
Zu Beginn des Prozesses nehme ich, wenn immer ich kann, hie und da ein, zwei Stunden Zeit zum Schreiben, später sind es oft ganze Tage am Stück. Ich habe ein spezielles Prinzip.
Zuerst schreibe ich alles, was mir in den Sinn kommt, in ein kleines Notizbuch, dann bearbeite ich das und übertrage es in ein Hausaufgabenheft, dann feile ich wieder daran und schreibe in ein weiteres Heft. Erst zum Schluss setze ich mich an den Computer. Ich arbeite gerade an meinem zweiten Buch. Und das, obwohl ich glücklicherweise immer viel zu singen habe, viel inszeniere und meine Fernsehsendungen mache. Wissen Sie, ich selbst schaue nicht fern und surfe nicht dauernd im Internet. Ich bin auch nicht ständig mit Blogs, Facebook oder Twitter beschäftigt. Wir können da zwar immer mit irgendjemandem in Kontakt sein, aber es entsteht auch schnell dieser Druck, immer dran bleiben zu müssen. Es ist unglaublich, wie viel Zeit man hat, wenn man diese Dinge nicht tut. Überhaupt gibt es mehr Zeit, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Interview, Seite 46
von Markus Thiel
Dass der Tonträgermarkt sich gern an Jubiläen orientiert, um für seine Produkte ein möglichst großes Maß an Aufmerksamkeit zu nutzen, ist ein altbekanntes Phänomen. Eine Lied-CD, die zum 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs erscheint und Werke präsentiert, die überwiegend das Thema Krieg thematisieren, ist unter den Gedenkjahresangeboten allerdings eine...
Frau Aikin, Sie haben fünfzehn Jahre in Italien gelebt. Warum wollten Sie da weg?
Das hatte zum einen private Gründe. Es war aber auch eine Entscheidung für den Beruf. Als amerikanische Sängerin, die hauptsächlich deutsches Fach singt, sah ich in Italien keine Zukunft mehr. Ich will singen, und ich will unterrichten. In Deutschland habe ich ganz andere...
Hinströmendes Leben voller Wärme und Wahrheit» – mit diesen Worten hat Gustav Rudolf Sellner, der langjährige Intendant der Deutschen Oper Berlin, die künstlerische Ausstrahlung der spanischen Sopranistin Pilar Lorengar charakterisiert, die dort 1958 in Orffs «Carmina burana» debütierte und bis zu ihrem Abschied von der Bühne als Tosca 1991 Mitglied dieses Hauses...
