Fröhliche Wissenschaft
Auf einen solchen Titel muss man erst mal kommen: «Wenn Papageno für Elise einen Feuervogel fängt». Er charakterisiert nicht nur die Fantasie und Freude, mit der MARTIN GECK seine «Kleine Geschichte der Musik» (2006) geschrieben hat, ein blitzgescheites, wunderbar subjektives, auf 200 Seiten verdichtetes Kompendium «von der Urgesellschaft bis zum Hip-Hop», sondern auch den Autor selbst.
Einen universell gebildeten Kenner der Materie, der profunde Bücher über Bach, Mozart, Beethoven, Schumann, Mendelssohn, Brahms und Wagner verfasste und 25 Jahre an der Universität Dortmund einen Lehrstuhl für Historische Musikwissenschaft innehatte, seine Zunft aber zugleich oft viel zu eng und langweilig fand. Sein Adressat war der erfahrungshungrige, begeisterungsfähige Hörer, weniger das im eigenen «nicht gerade fetten Saft» schmorende Fachpublikum. Vielleicht klingt da auch die Prägung durch das Recklinghauser Pfarrhaus nach, in dem Martin Geck aufwuchs (sein Vater war unter der NS-Herrschaft Mitglied der Bekennenden Kirche gewesen). Musik – das war für ihn etwas ähnlich Elementares wie der Glaube für religiöse Menschen, «etwas gegen die Angst, Raum und Zeit hilflos ausgeliefert zu sein». ...
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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Albrcht Thiemann
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Inwieweit das Gärtnerplatztheater auch größere Opernformate spielen sollte, bleibt eine Schlüsselfrage für Münchens zweite, kleinere Musiktheaterbühne. Josef E. Köpplinger, der gegenwärtige Intendant, schien in den letzten Jahren eher verstärkt auf Operette und Musical zu setzen. Dass er nun erstmals in der Geschichte des Hauses Giacomo Puccinis «Tosca» ansetzte,...
