Eiskalte Schönheit

Puccini: Tosca
München | Gärtnerplatztheater

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Inwieweit das Gärtnerplatztheater auch größere Opernformate spielen sollte, bleibt eine Schlüsselfrage für Münchens zweite, kleinere Musiktheaterbühne. Josef E. Köpplinger, der gegenwärtige Intendant, schien in den letzten Jahren eher verstärkt auf Operette und Musical zu setzen. Dass er nun erstmals in der Geschichte des Hauses Giacomo Puccinis «Tosca» ansetzte, war wohl auch den Wünschen des Chefdirigenten Anthony Bramall geschuldet, der gerade seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat.

Für die drei zentralen Partien mussten Gäste engagiert werden, die Inszenierung von Stefano Poda hat Köpplinger – wie (zu) viele andere in den letzten Jahren - aus seiner Zeit als Intendant in Klagenfurt mitgebracht, wo sie 2012 Premiere hatte, bevor sie 2014 auch schon in Wuppertal zu sehen war.

Doch weil alle diese unsicheren Parameter überraschend gut ineinandergriffen, überzeugt die Produktion letztlich auf ganzer Linie. Umreißen ließe sich diese Linie mit einem Satz Puccinis an seinen Librettisten Giuseppe Giacosa: «Bis jetzt waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein.» Extrem kantig kommt das Stück im Dirigat von Anthony Bramall daher, auch wenn oder gerade weil man beim Orchester des ...

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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Michael Stallknecht

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