Frieden gibt es nur im Jenseits
Da drob’n auf der goldenen Himmelbastei, / da sitzt unser Herrgott ganz munter / und trinkt a Glas Wein oder zwei oder drei / und schaut auf die Wienerstadt runter»: So sang es einst Georg Kreisler in seinem Lied «Der Tod, das muss ein Wiener sein». Im Januar ist er an der Volksoper wie an der Staatsoper wieder einmal eingezogen, allerdings in unterschiedlichen Zusammenhängen und Schattierungen.
Bleiben wir gleich beim himmlischen Glaserl: In vino veritas! Die alten Ägypter haben zwar eher das Bier geschätzt, doch erstens verzichtet die neue «Zauberflöte» an der Staatsoper fast völlig auf ägyptisch-freimaurerisches Brimborium, und zweitens sind wir eben «nicht in München oder Prag», wie es Papagena (Ilia Staple) einmal anmerkt, als sie ihrem künftigen Gatten zur Strafe das kredenzt, was man in Wien «a Noagal Fensterschwitz» genannt hätte oder ein «Affenbrunzlert»: ein übel abgestandenes Bier.
Natürlich ist die Dialogzeile ein Insidergag, augenzwinkernder Verweis auf den bajuwarischen Papageno und die tschechische Regisseurin. Gleichwohl spielt der Alkohol eine nicht unerhebliche Rolle in Barbora Horákovás Deutung – nicht nur Tamino betritt durch die Tür mit der Aufschrift ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Walter Weidringer
JUBILARE
Am 18. März feiert der Dirigent James Conlon seinen 75. Geburtstag. Von 1989 bis 2002 war er Kölner Generalmusikdirektor, seit einigen Jahren liegt das Zentrum seiner Tätigkeit in seiner amerikanischen Heimat: Seit 2006 ist er Musikdirektor der Oper von Los Angeles. Sein Vertrag dort läuft bis 2026. Am 18. März 1950 in New York zur Welt gekommen,...
Dieser Mephisto kommt mir nicht ins Haus!», rief Bertel Braunfels, die Gattin des Komponisten, voller Vorahnung aus, als Adolf Hitler 1920 nach einem Besuch der «Vögel» an Walter Braunfels herangetreten war. Der spätere «Führer» wünschte sich eine Hymne für seine frisch gegründete Partei und hielt den Namen «Braunfels» für urdeutsch, doch der Komponist lehnte ab....
Hans-Klaus Jungheinrich, lange Zeit der Musikkritiker der «Frankfurter Rundschau», starb vor sechs Jahren. Seine Bücher waren gefeiert worden. Sein Tod hinterließ eine Leerstelle. Kaum jemand hat sich Zeit seines Lebens so mit Musik beschäftigt wie er, so darüber nachgedacht, geschrieben, gesprochen. Menschen pilgerten zu ihm, lasen seinetwegen das Feuilleton des...
