Freiheitskampf pur
Nicht wenige Opernkomponisten (und keineswegs nur diejenigen, die lediglich eines geschrieben haben, wie Beethoven) werden auf ein einzelnes Werk reduziert. Bei Carl Maria von Weber etwa denkt jeder sofort an den «Freischütz». «Oberon», «Euryanthe» und «Silvana» hingegen fristen ein trauriges Schattendasein. Camille Saint-Saëns wird wohl noch in 100 Jahren als Schöpfer von «Samson et Dalila» in Erinnerung bleiben, dabei sind auch «Frédégonde», «Phryné» und «Henri VIII» Bühnenschöpfungen von beachtlicher Qualität.
Das gleiche «Schicksal» muss Amilcare Ponchielli erdulden: Seine «Gioconda» von 1876 kennt jedes Opernkind – aber das zwei Jahre zuvor ebenfalls an der Scala uraufgeführte Dramma lirico «I Lituani»? Schweigen im Walde. Allein deshalb ist die kürzlich erschienene Aufnahme mit dem Litauischen National-Symphonieorchester, dem Staatschor Kaunas und ausschließlich litauischen Solistinnen und Solisten unter der Leitung von Modestas Pitrėnas ein großer Gewinn. Ein Werk ist zurück in der Welt, das nicht nur zahlreiche Perlen und Preziosen unter seinem Gewand birgt (wobei beide Hauptpartien das Prädikat «mörderisch» uneingeschränkt verdienen), sondern dazu auch eine erkleckliche ...
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Opernwelt Mai 2025
Rubrik: Medien, Seite 38
von Virginie Germstein
An einem Oktobermorgen im Jahr 2021 sitzen sich zwei Menschen an einem Tisch im US-Bundesstaat Virginia gegenüber: auf der einen Seite Diane Foley, die Mutter des Journalisten James Foley, und ihr gegenüber Alexanda Kotey, einer der IS-Terroristen, der für die Geiselnahme und Ermordung ihres Sohnes mitverantwortlich gemacht wurde. Wie der Schatten eines entfernten...
Herr Tetelman, viele Menschen denken derzeit an Puccini, wenn sie Ihren Namen hören. PR, CD und entsprechende Auftritte tragen da ebenfalls ihre Früchte. Was ist eigentlich eine Puccini-Stimme?
Ganz prinzipiell: Ich glaube, dass es Puccini-Stimmen gibt. Die Historie hat doch gezeigt, dass es spezielle Stimmen für Puccini, andere etwa für Verdi gibt. Nur ein paar...
Ausnahmetalent
Die Poesie ist schon ihrem Vornamen eingeschrieben: Mondblume. Und als solche blüht Aigul Akhmetshina nun schon seit einigen Jahren mächtig auf. Ihre Elisabetta in Donizettis «Maria Stuarda» war eine Sensation, ebenso ihre Carmen. Und auch in der Partie der Adalgisa zeigt die Mezzosopranistin, wieviel Potenzial in ihrer warmen Stimme steckt. Ein...
