Freie Wahl
Schon beeindruckend, wie der südkoreanische Tenor Seungju Bahg den Belcanto-Schmelz in Nemorinos «Una furtiva lagrima» vor dem etwas plumpen Donizetti-Zugriff des Orchesters der Norske Opera rettete. An den jungen Pavarotti erinnert das Timbre der schlanken Stimme – ein massiger Sänger, der die Töne blühen lässt, Linien in schönem legato zieht, feinste piano-Nuancen zu gestalten versteht.
Aber auch aufmachen kann, wie in der zweiten Arie, die er Mitte August während des Finalkonzerts der diesjährigen Queen Sonja International Music Competition in Oslos Opernhaus vortrug: «Salut! Demeure chaste et pure» aus Gounods «Faust». Dank dieser Qualitäten gewann der 27-jährige Student der Musikhochschule Mannheim den mit 40 000 Euro dotierten 1. Preis des seit 1995 im Zweijahresturnus veranstalteten Vokalwettbewerbs.
Den 2. Preis (10 000 Euro) vergab die siebenköpfige Jury unter Vorsitz von Birgitta Svendén an den italienischen Tenor Giovanni Sebastiano Sala, der als Verdis Duca («Ella mi fu rapita») und Massenets Des Grieux («Ah! Fuyez, douce image») punktete, mit eleganter cantabile-Kultur und auf dem Atem schwingender Phrasierung. Der 3. Preis (5000 Euro) fiel an den Bass Alexander ...
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Sie wollen ihn ganz alleine, ohne den notorisch davorgeklemmten Namen seines Librettisten William Schwenck Gilbert: Die Mitglieder der 2009 gegründeten Deutschen Sullivan-Gesellschaft sind davon überzeugt, dass es sich lohnt, Sir Arthur nicht nur als Teil eines der berühmtesten Duos der Operngeschichte zu betrachten, sondern als umfassend kompetenten Komponisten,...
Nervös ist er immer noch, auch nach 20 Jahren. «Fast so, als ob ich selbst singen oder spielen müsste», sagt Arno Declair. Er steht in Reihe zwei oder drei, verfolgt die Probe durch den Sucher seiner Kamera. Mindestens 500-mal pro Abend drückt er auf den Auslöser – in der Hoffnung, dass am Ende so viele gute darunter sind, dass es für ein Programmheft reicht. «Ich...
Kürzlich stieß ich im «New Yorker» auf einen Beitrag über Toscanini. Als der Dirigent in den 1920ern Chef der Scala war, las ich dort, bestand das Repertoire zu 35 bis 40 Prozent aus nagelneuen Stücken. Meine Frau und ich stellen gerade eine Stiftung auf die Beine, die Kompositionsaufträge finanzieren soll – da mutet uns die Vorstellung paradiesisch an. Man stelle...
