Szene aus Fred Raymonds «Saison in Salzburg»; Foto: Promo/Hörmandinger

Und die Musi spielt weiter

Getragen von Emotionen: Michael Lakner präsentiert auch in seiner letzten Saison als Leiter des Lehár Festivals in Bad Ischl Quotenhits und Raritäten

Opernwelt - Logo

Der Alte spricht von «wehmütiger Erinnerung», der Neue von «Energie und Enthusiasmus», aber auch «Demut». Der Wechsel an der Spitze des Lehár Festivals Bad Ischl ist getragen von Emotionen, wie es angemessen ist für ein Genre, in dem Gefühl dominiert. 14 Jahre lang hatte Michael Lakner als Intendant die Entwicklung des größten Musiktheaterfestivals in Oberösterreich erfolgreich verantwortet, bis er in diesem Sommer in gleicher Eigenschaft an die Bühne Baden bei Wien ging – ein Theater, in dem die Operette seit jeher eine wichtige Rolle spielt.

Und Thomas Enzinger ihm in Ischl als geschäftsführender Intendant nachfolgte.

In Ischl, 100 Jahre lang kaiserliche Sommerfrische der Habsburgermonarchie, ist Operette das kulturelle Lebenselixier. Die Präsenz der Meister des Genres – von Johann Strauß bis Oscar Straus – drückte der kleinen Stadt im Herzen des Salzkammerguts ihren Stempel auf. Vor allem Franz Lehár, der sich in einer Villa an der Traun dort niederließ, wurde neben dem Kaiserpaar Franz Joseph I. und Sissi zum Markenzeichen mit touristischem Mehrwert. Michael Lakners Programmatik trug dem Rechnung, ein Werk des Festivals war immer aus der Feder Lehárs. Raritäten wie «Eva», ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2017
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Alexander Dick

Vergriffen
Weitere Beiträge
Immer noch unterwegs

Kaum zu glauben: Der Tenor René Kollo wird am 20. November 80 Jahre alt. Bis heute ist er aktiv und im Gespräch. Nicht mehr nur als Sänger, sondern auch als Autor von Büchern (darunter eines über Wagner sowie ein Kriminalroman) und streitbarer Kommentator des sogenannten Regietheaters in Bayreuth und anderswo. Der Operngesang stand zwar im Zentrum seiner Karriere,...

«Das zieh ich durch»

Welcher Dirigent kann schon von sich sagen, dass er in einem Jahr gleich zwei neue Häuser eröffnet hat? Sie haben Anfang März zum ersten Mal im neuen Pierre Boulez Saal dirigiert, Anfang Oktober in der frisch restaurierten Lindenoper. Es gab Verrisse und Lob. Sind Sie zufrieden mit Ihren Kritikern, Herr Barenboim?
Dass ich lieber ein modernes Haus haben wollte, ein...

Unterkühlt

Es gibt solche Abende. Sie folgen, im Bemühen, ein Werk neukritisch zu befragen, einem hohen, hehren hermeneutischen Ziel, beginnen aber mit einem fatalen Missverständnis, von dem sie sich lange Zeit nicht mehr erholen: zu spät die Peripetie ins szenisch Plausibel-Packende. Der «Don Carlo» in Braunschweig, in der revidierten italienischen Fassung inklusive...