Forschergeist

Ein enthusiastischer, mitreißender Anwalt neuer Musik: zum Tod von Peter Oswald

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Zu den Uraltklischees über Neue Musik gehört die Behauptung, sie sei hässlich, kalt, rein konstruiert: bloße Gehirnkunst, von Gehirnmenschen, nur etwas für seelenlose Wesen. Nun gehören zu bedeutender Kunst auch hohe Bewusstheit, Konzept, Kalkül, Präzision von Plan und Ausführung; und zum Kulturbetrieb Institutionen, Organisation und Management. Naturwüchsig entsteht kein Werk und keines wird so vermittelt.

Selbstverständlich gibt es im System auch coole Technokraten, die primär administrativ denken, ebenso Sektierer oder Orthodoxe, die nur eine Richtung oder Person gelten lassen wollen; mitunter gar Seilschaften höchst unterschiedlicher Art. Aber weit wichtiger für Kunst sind die hinter den Apparaten und jenseits etwaiger Dogmen: die wahren Sympathisanten der Kunst, die in und mit ihr leben, ihr Leben in sie einbringen, ja dynamohaft vorantreiben.

Wer Peter Oswald kannte, erfuhr ihn als Enthusiasten schlechthin, stets begeistert und Begeisterung erweckend. Zur Emphase gesellte sich bei ihm ein hohes Maß an Empathie für eine vielgestaltige Moderne: im konservativen Wien noch der 1980er-Jahre alles andere als selbstverständlich. Vielleicht haben gerade die obligaten Widerstände ihn ...

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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 114
von Gerhard R. Koch

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