Flüchtige Moderne
Das Stück hat Hochkonjunktur, zumindest in der Schweiz. An drei Bühnen des Landes mit unterschiedlicher Tradition und Kapazität kam Mozarts «Così fan tutte» heraus. Mit der Opéra de Lausanne wandte sich ein kleines, ungemein regsames Haus dem Stück zu. Das Vierspartentheater in Bern, das konsequent auf den Ensemblegedanken setzt, sorgte mit seiner Saisoneröffnung für Furore.
Die größte Aufmerksamkeit besaß Zürich: Premiere feierte dort eine Produktion des russischen Theaterkünstlers Kirill Serebrennikov, der in Moskau unter Hausarrest steht und deswegen für die Probenarbeit nicht vor Ort sein konnte.
Unter der Leitung von Andreas Homoki hat sich Zürich in den letzten sechs Jahren zu einer ersten Adresse für profiliertes Musiktheater entwickelt – «Così fan tutte» unterstreicht das. Regisseur Serebrennikov ließ sich gezwungenermaßen für die Erfüllung seiner Aufgaben durch Mitarbeiter vertreten; er kommunizierte mit ihnen über seinen Anwalt. Dass die Produktion überhaupt zustande kam und ein mehr als alltägliches Niveau erreichte, grenzt beinahe an ein Wunder. Das lobenswerte, eindeutige politische Zeichen der Zürcher Oper erhielt so sein künstlerisches Fundament.
Indessen blieben ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Peter Hagmann
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