Idolatrie und Verblendung

Michael Hofmeisters Monografie über den Wagner- und Strauss-Verehrer Alexander Ritter

Opernwelt - Logo

Richard Wagners Wirkung muss magisch-magnetisch gewesen sein, anders lässt sich nicht erklären, dass so viele Menschen sich für seine Interessen einspannen ließen. Die Geldgeber waren die einen, beinahe wichtiger waren für Wagner die Propagandisten seines Werks in Wort und Tat. Ein enormer Kreis, dessen Persönlichkeiten mal mehr, mal weniger bekannt sind. Über die Beziehungen zu Liszt, Bülow, Nietzsche ist reichlich geschrieben worden, die jungen Bayreuthianer Felix Mottl, Engelbert Humperdinck, Anton Seidl, Joseph Rubinstein haben ihren Platz in den Biografien.


Aber da gibt es auch noch Freundschaften wie die mit Julie Ritter, einer wohlhabenden Kaufmannswitwe, die Wagner in Dresden kennenlernte und die ihn nach seiner Flucht ins Exil unterstützte. Auch ihre Söhne Karl (1830-1891) und Alexander (1833-1896) spielten eine Rolle in Wagners Leben. Karl studierte mit Hans von Bülow, gab die Musik bald auf, versuchte sich wenig erfolgreich als Schriftsteller. Alexander wurde Geiger, Musikalienhändler und Kapellmeister, komponierte unter anderem zwei Opern-Einakter («Der faule Hans» sowie «Wem die Krone?») und heiratete 1852 Franziska, eine Tochter von Wagners älterem Bruder Albert. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Götz Thieme

Weitere Beiträge
Voller Widersprüche

Herr Groissböck, hier ist die Millionenfrage: Was haben Sie und Roger Daltrey gemeinsam?
(lacht) Da muss ich das Publikum fragen. Naja, der Name kommt mir schon bekannt vor, aber im Moment kann ich ihn nicht unterbringen.

Er war Leadsänger von «The Who».
Ich bitte um Pardon: Die hatten ihre beste Zeit, soviel ich weiß, in den 1960er- und 1970er- Jahren. Da hätte...

Hitparade

Der Schöpfer selbst nannte sein Werk eine «Oper ohne Komponisten». Tatsächlich war es eine Reihe von (ahnungslosen) Tonsetzern, bei denen sich Lorenzo Da Ponte für sein Pasticcio «L’ape musicale» («Die musikalische Biene») bediente. Die Sache erwies sich als so ertragreich, dass er das Potpourri gleich viermal auf die Bühne brachte: in Wien (1789 und 1791), in...

Episch

Verglichen mit «Einstein on the Beach» und «Akhnaten», stellt Philip Glass’ «Satyagraha» für Produktionsteams die größere Herausforderung dar. «Einstein» ist eine Art surrealistischer Bilderbogen, «Akhnaten» eine linear erzählte Geschichte. Der Form nach liegt «Satyagraha» irgendwo dazwischen. Einerseits handelt es sich um eine Meditation über das Leben Mahatma...