Flucht nach vorn
Herr Mürbe, die amerikanischen Chorverbände haben im Juni wegen des Corona-Infektionsrisikos von Ensembleproben und Auftritten abgeraten. Ist das Singen in Gemeinschaft wirklich so gefährlich?
Man muss für die Einschätzung verschiedene Aspekte berücksichtigen. Leider müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass es in Chören teilweise tatsächlich hohe Infektionsraten gegeben hat, etwa in einem Amsterdamer Chor oder bei der Berliner Domkantorei.
Eine erste wissenschaftliche Untersuchung zu einem ebenfalls hart betroffenen Laienchor aus dem US-Bundesstaat Washington deutet darauf hin, dass die explosionsartige Verbreitung des Virus nicht primär, wie zunächst angenommen, auf die sozialen Kontakte vor und nach einer Probe zurückzuführen ist.
Erst hieß es, das Virus werde über Tröpfchen verbreitet, mittlerweile gelten Aerosole als Hauptverdächtige. Was hat es damit auf sich?
Beide können Virusträger sein. Bei Tröpfchen handelt es sich um Partikel, die rasch zu Boden fallen, in einem Radius von circa einem oder anderthalb Metern. Zu Beginn der Pandemie gingen die meisten Experten, auch das Robert Koch-Institut, davon aus, dass die Ausbreitung vor allem mit den Tröpfchen zu tun hat. So ließ sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2020
Rubrik: Focus Spezial Neustart, Seite 25
von Albrecht Thiemann
Ein bisschen kräftiger dürfte das espressivo schon sein. «Fülle, Fülle», ruft Marek Janowski den Streichern zu, als es zu Beginn des zweiten Akts in den Kerker geht. Und pochen soll der Rhythmus nach Florestans Verzweiflungsschrei: «Gott, welch Dunkel hier!» Mehr «Substanz» fordert der 81-jährige Maestro später von den ersten Geigen und den Bratschen. Als wolle er...
«Vorne auf den Sesseln die Kritiker, entstellt von Eitelkeit», notierte Gottfried Benn 1928 in «Saison», und Joachim Kaiser zitiert ihn fast verschämt zu Beginn seines «Kleinen Theatertagebuchs» (1965), um danach eine subtile Analyse eben jener Gefallsucht folgen zu lassen. Kritiker seien eitel, weil ihr Tun sie dazu bringe und zwinge, «wohlerworbenen...
61. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752336
REDAKTION OPERNWELT
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de
REDAKTION
Jürgen Otten (V. i. S. d. P.)
Albrecht Thiemann
REDAKTIONSBÜRO
Andrea Kaiser | redak...
