Flucht nach vorn

Die Berliner Charité veröffentlichte eine der ersten Studien über die Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2-Viren beim Singen. Einer der Autoren war Dirk Mürbe, Leiter der Klinik für Audiologie und Phoniatrie. Hier erklärt er, warum für Chöre ein erhöhtes Risiko besteht und was in der musikalischen Praxis unter Corona-Bedingungen beachtet werden sollte

Opernwelt - Logo

Herr Mürbe, die amerikanischen Chorverbände haben im Juni wegen des Corona-Infektionsrisikos von Ensembleproben und Auftritten abgeraten. Ist das Singen in Gemeinschaft wirklich so gefährlich?
Man muss für die Einschätzung verschiedene Aspekte berücksichtigen. Leider müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass es in Chören teilweise tatsächlich hohe Infektionsraten gegeben hat, etwa in einem Amsterdamer Chor oder bei der Berliner Domkantorei.

Eine erste wissenschaftliche Untersuchung zu einem ebenfalls hart betroffenen Laienchor aus dem US-Bundesstaat Washington deutet darauf hin, dass die explosionsartige Verbreitung des Virus nicht primär, wie zunächst angenommen, auf die sozialen Kontakte vor und nach einer Probe zurückzuführen ist.

Erst hieß es, das Virus werde über Tröpfchen verbreitet, mittlerweile gelten Aerosole als Hauptverdächtige. Was hat es damit auf sich?
Beide können Virusträger sein. Bei Tröpfchen handelt es sich um Partikel, die rasch zu Boden fallen, in einem Radius von circa einem oder anderthalb Metern. Zu Beginn der Pandemie gingen die meisten Experten, auch das Robert Koch-Institut, davon aus, dass die Ausbreitung vor allem mit den Tröpfchen zu tun hat. So ließ sich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2020
Rubrik: Focus Spezial Neustart, Seite 25
von Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Studiobedingungen

Ein bisschen kräftiger dürfte das espressivo schon sein. «Fülle, Fülle», ruft Marek Janowski den Streichern zu, als es zu Beginn des zweiten Akts in den Kerker geht. Und pochen soll der Rhythmus nach Florestans Verzweiflungsschrei: «Gott, welch Dunkel hier!» Mehr «Substanz» fordert der 81-jährige Maestro später von den ersten Geigen und den Bratschen. Als wolle er...

In eigener Sache

«Vorne auf den Sesseln die Kritiker, entstellt von Eitelkeit», notierte Gottfried Benn 1928 in «Saison», und Joachim Kaiser zitiert ihn fast verschämt zu Beginn seines «Kleinen Theatertagebuchs» (1965), um danach eine subtile Analyse eben jener Gefallsucht folgen zu lassen. Kritiker seien eitel, weil ihr Tun sie dazu bringe und zwinge, «wohlerworbenen...

Impressum August 2020

61. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN     0030-3690
Best.-Nr.     752336

REDAKTION OPERNWELT
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55

Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de

REDAKTION
Jürgen Otten (V. i. S. d. P.)
Albrecht Thiemann

REDAKTIONSBÜRO
Andrea Kaiser | redak...