Apropos... Tanz

Mit 18 sah sie ihre Zukunft im Ballett. Doch auch nach der Entscheidung für das Singen blieb die Lust auf Bewegung wach. Während sich die Sopranistin Juliane Banse auf der Konzert- und Opernbühne zu einer der vielseitigsten Vertreterinnen ihres Fachs entwickelte, nahm sie immer wieder Tanzunterricht. Eine choreografierte «Winterreise» hat die alte Liebe wieder wachgeküsst.

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Frau Banse, die «Winterreise» hört man normalerweise von Tenören oder Baritonen. Sie singen Schuberts berühmten Liederzyklus nicht nur, sie tanzen ihn auch. Wie geht beides zusammen?
Besser, als ich zunächst dachte. Sich gleichzeitig auf den stimmlichen Ausdruck und die Bewegung zu konzentrieren, brauchte ein bisschen Zeit. Inzwischen fühlt sich beides sehr harmonisch an, fast normal.

Bis zu Ihrem 18. Lebensjahr sahen Sie sich eher als Tänzerin. Als «Vorprofi» traten Sie sogar in Aufführungen des Zürcher Balletts auf.

Wie kam es, dass das Singen in den Vordergrund rückte?
Es gab eine Zeit, in der ich das Singen und Tanzen parallel betrieben habe. Irgendwann bot mir Brigitte Fassbaender einen Platz in ihrer Gesangsklasse an, und das nahm ich als Signal, das Singen ernster zu nehmen: eine Entscheidung, die seinerzeit schmerzhaft war, sich im Nachhinein aber als richtig erwiesen hat. Doch die große Liebe zum Tanz blieb, und deshalb war die Freude groß, als der Choreograf Andreas Heise mich wegen der «Winterreise» ansprach und mir die lang ersehnte Chance bot, beides zu verbinden.

Hatten Sie bei der gemeinsamen Arbeit das Gefühl, dass sich der Körper an seine tänzerische Vergangenheit ...

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Opernwelt August 2020
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Hartmut Regitz

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