Liebesmüde: Zoltán Nyári (Siegmund) und Nadja Stefanoff (Sieglinde); Foto: Theater/Stephan Walzl
Fetzenflug
Eigentlich – das weiß jeder Wagnerianer – geht es im «Ring» mit der «Walküre» erst so richtig zur Sache, und so war man in Oldenburg denn auch gespannt, wie Regisseur Paul Esterhazy und sein Ausstatter Mathis Neidhardt die Versprechungen ihres im «Rheingold» als besonders originell erscheinenden Konzepts weiterentwickeln würden. Man erinnert sich: «Der Welt Erbe», das der Besitzer des Ringes mit ihm gewinnt, suchte man am «Vorabend» vergebens in mythologischen Fernen. Die «Welt», das war hier die eines abgeschiedenen Schweizer Bergdorfs mit seinen Hierarchien und Konflikten.
Im «Rheingold» ging das in einer Art Sex-and-Crime-Story überraschend schlüssig auf – und erweist sich in der «Walküre» als ebenso logischer Erzählansatz.
Wieder orientiert sich das Bühnenbild mit seinen ständig wechselnden Schauplätzen an filmischen Techniken. Wieder beleben Statisten die Szene und werden – wie etwa Erdas wiederholtes Erscheinen – sinnerhellend in das Geschehen eingegliedert. Und wieder ist Wotan in dieser kleinen, in sich geschlossenen Bergwelt der dominante Großgrundbesitzer, der alle Fäden in der Hand zu halten scheint. Und doch steht er ganz offensichtlich unter der Knute seiner ...
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Nervös ist er immer noch, auch nach 20 Jahren. «Fast so, als ob ich selbst singen oder spielen müsste», sagt Arno Declair. Er steht in Reihe zwei oder drei, verfolgt die Probe durch den Sucher seiner Kamera. Mindestens 500-mal pro Abend drückt er auf den Auslöser – in der Hoffnung, dass am Ende so viele gute darunter sind, dass es für ein Programmheft reicht. «Ich...
James Joyce zu übersetzen, ist kühn genug. Ihn zu vertonen, mindestens ambitioniert, wenn nicht verwegen. Rebecca Saunders hat es versucht, in «Yes», einer «räumlichen Performance für Sopran, 19 Solist*innen und Dirigent», die als Auftragswerk des Musikfestes Berlin vom Ensemble Musikfabrik (Leitung: Enno Poppe) uraufgeführt wurde. Wenn man so will, als Antidot zu...
alpha
01.11. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Verdi – Messa da Requiem
Mariss Jansons ist bekannt für seine akribische Kenntnis der Partitur und die tiefe seelische Verbundenheit zu einem Werk, die er unmittelbar an die Musiker weitergeben kann. Zu Ehren des 200. Geburtstags von Giuseppe Verdi hat er 2013 mit dem Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks...
