Liebesmüde: Zoltán Nyári (Siegmund) und Nadja Stefanoff (Sieglinde); Foto: Theater/Stephan Walzl
Fetzenflug
Eigentlich – das weiß jeder Wagnerianer – geht es im «Ring» mit der «Walküre» erst so richtig zur Sache, und so war man in Oldenburg denn auch gespannt, wie Regisseur Paul Esterhazy und sein Ausstatter Mathis Neidhardt die Versprechungen ihres im «Rheingold» als besonders originell erscheinenden Konzepts weiterentwickeln würden. Man erinnert sich: «Der Welt Erbe», das der Besitzer des Ringes mit ihm gewinnt, suchte man am «Vorabend» vergebens in mythologischen Fernen. Die «Welt», das war hier die eines abgeschiedenen Schweizer Bergdorfs mit seinen Hierarchien und Konflikten.
Im «Rheingold» ging das in einer Art Sex-and-Crime-Story überraschend schlüssig auf – und erweist sich in der «Walküre» als ebenso logischer Erzählansatz.
Wieder orientiert sich das Bühnenbild mit seinen ständig wechselnden Schauplätzen an filmischen Techniken. Wieder beleben Statisten die Szene und werden – wie etwa Erdas wiederholtes Erscheinen – sinnerhellend in das Geschehen eingegliedert. Und wieder ist Wotan in dieser kleinen, in sich geschlossenen Bergwelt der dominante Großgrundbesitzer, der alle Fäden in der Hand zu halten scheint. Und doch steht er ganz offensichtlich unter der Knute seiner ...
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Auch die Bewohner von Elfenbeintürmen wollen wissen, was draußen in der Welt geschieht. Und so sei heute aus dem Nähkästchen geplaudert. Wenn die neue Nummer der «Opernwelt» im Briefkasten liegt, schaue ich gleich, was Christopher Gillett in seiner launigen Glosse zu erzählen hat. Und staune, was sich Auftraggeber im Operngeschäft alles herausnehmen. Im Vergleich...
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Frau Müller, wenn ich Sie nachts um vier bitten würde, «Ach, ich fühl’s, es ist entschwunden» zu singen, was würden Sie sagen?
Ich würde es machen – wenn ich mich 20 Minuten einsingen darf. Es ist gut, wenn man nicht mit einer völlig ausgeruhten Stimme beginnt.
Singt sich Mozart auf der Bühne leichter, wenn man vom Lied kommt?
Ich denke schon. Man muss sich, seine...
