Faszinierende Unerbittlichkeit

Dieter Rexroth über seine Begegnungen mit Karlheinz Stockhausen

Opernwelt - Logo

Meine Berührungen und Erfahrungen mit der Musik von Karlheinz Stockhausen wurden durch die nächtlichen Studiosendungen des Bayerischen Rundfunks und des Hessischen Rundfunks Ende der fünfziger Jahre ermöglicht. Instinktiv vermittelte sich mir hierbei eine einzigartige schöpferische Persönlichkeit, von der, ich kann es nicht anders sagen, eine außergewöhnliche, aber gleichzeitig auch rätselhafte Faszina­tion ausging. Seine Klavierstücke I – IV wurden für mich neben Schönbergs op. 19 und op. 11, neben Weberns Variationen op.

27 und einigen späten Poèmes von Alexander Skrjabin, an deren Noten ich durch Zufall geraten war, zu einer Art «Evangelium». Als ich mich dann auf Anraten meines Musiklehrers 1961 bei Stockhausen um Teilnahme an seinem Kompositionskursus bei den Darmstädter Ferienkursen bewarb und nach Einsendung von einigen kurzen Orchesterkompositionen auch angenommen wurde, begann für mich der «Ernst des Lebens».
Diese Darmstädter Wochen bedeuteten in jeder Hinsicht einzigartige und zukunftsentscheidende Erfahrungen. Dabei spielte nicht nur Stockhausen selbst eine Rolle. Auch die Prozesse und Kommunikationsspielarten unter den Teilnehmern brachten eine völlig neuartige Bewegung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2005
Rubrik: thema: stockhausen, Seite 34
von Dieter Rexroth

Vergriffen
Weitere Beiträge
Weggeblasen und weggestrichen

Für viele Pariser Opernfreunde ist das Théâtre du Châtelet als Opernhaus interessanter als die Nationaloper mit Bas­tille und Palais Garnier. Zu Zeiten von Stéphane Lissner mag das richtig gewesen sein, doch seit Hugues Galls Direktorenzeiten haben Bastille und Garnier doch erheblich aufgeholt, nicht zuletzt durch einige inte­ressante Uraufführungen, zum Beispiel ...

Offenbach: Rheinnixen

Es ist wohl nicht nur Zufall, sondern auch die Frucht des Ehrgeizes ambitionierter Editoren: Nachdem ­Jacques Offenbachs romantische Oper «Les Fées du Rhin» über einhundertvierzig Jahre dem Vergessen anheim gefallen war, folgte jetzt der konzertanten Wiederentdeckung vor drei Jahren in Montpellier kurz nach der zweiten und eigentlichen (weil vollständigen)...

Mozart: La clemenza di Tito

Erneut stellt sich die Frage: Was fangen wir heute an mit Titus und seiner Clemenza? Regisseur David McVicar scheint Hildesheimer gelesen zu haben, der den Edelmut des Imperators «auf Kosten jeder psycholo­gischen Wahrheit besonders penetrant» fand, «da der Held selbst mehrfach darauf hinweist». So lässt der Regisseur an der English National Opera den Herrscher von...