Farce und Tragödie

Luzern: Donizetti: Anna Bolena

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Das Ufer des Vierwaldstättersees gehört zu den begehrtesten Wohnlagen der Schweiz. In den steuergünstigen Gemeinden lebt, wer es sich leisten kann, in teuren Luxuswohnungen oder Anwesen mit direktem Seezugang. Hierher, also in die unmittelbare Nachbarschaft, verlegen am Theater Luzern der Regisseur Tobias Kratzer und der Ausstatter Rainer Sellmaier, Gewinner des «Ring Award» 2008, Gaetano Donizettis «Anna Bolena». Sellmaier hat dafür auf zwei Etagen eine liebevoll ausgestaltete Wohnung gebaut. Viele Details zeichnen dezent Schweizer Lokalkolorit. Aus den Intrigen am Hof Heinrichs VIII.

wird hier die Tragödie einer sinnlos gewordenen Ehe. Der Unternehmer Enrico hat ein Verhältnis mit der Haushälterin Giovanna. Seine Frau Anna flüchtet aus der Realität in die Welt der Oper – «Anna Bolena» ist offenbar ihr Lieblingsstück. Als ihr Ex-Freund Percy auftaucht, gerät ihr Leben gänzlich aus dem Lot, und die alten Gefühle werden wieder wach.

Das könnte die Ausgangslage einer Boulevardkomödie sein, und Kratzer inszeniert die folgenden Wirrungen denn auch mit viel Sinn für ihr komisches Potenzial. Anna empfängt Percy heimlich, überrascht dabei den Einbrecher Smeton, der gerade den ...

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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Alfred Ziltener

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