Farce und Tragödie
Das Ufer des Vierwaldstättersees gehört zu den begehrtesten Wohnlagen der Schweiz. In den steuergünstigen Gemeinden lebt, wer es sich leisten kann, in teuren Luxuswohnungen oder Anwesen mit direktem Seezugang. Hierher, also in die unmittelbare Nachbarschaft, verlegen am Theater Luzern der Regisseur Tobias Kratzer und der Ausstatter Rainer Sellmaier, Gewinner des «Ring Award» 2008, Gaetano Donizettis «Anna Bolena». Sellmaier hat dafür auf zwei Etagen eine liebevoll ausgestaltete Wohnung gebaut. Viele Details zeichnen dezent Schweizer Lokalkolorit. Aus den Intrigen am Hof Heinrichs VIII.
wird hier die Tragödie einer sinnlos gewordenen Ehe. Der Unternehmer Enrico hat ein Verhältnis mit der Haushälterin Giovanna. Seine Frau Anna flüchtet aus der Realität in die Welt der Oper – «Anna Bolena» ist offenbar ihr Lieblingsstück. Als ihr Ex-Freund Percy auftaucht, gerät ihr Leben gänzlich aus dem Lot, und die alten Gefühle werden wieder wach.
Das könnte die Ausgangslage einer Boulevardkomödie sein, und Kratzer inszeniert die folgenden Wirrungen denn auch mit viel Sinn für ihr komisches Potenzial. Anna empfängt Percy heimlich, überrascht dabei den Einbrecher Smeton, der gerade den ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Alfred Ziltener
Als der irakische Vizepräsident Mullah Bakhtiyar am 26. November letzten Jahres auf der Premierenfeier die nagelneue Kölner «Entführung» in den Irak einlud, rechnete wohl niemand ernsthaft damit, dass die Oper drei Monate später tatsächlich mit einer hundertköpfigen Truppe in die Krisenregion aufbrechen würde. Niemand ahnte damals auch, wie dramatisch sich die...
Frau Magee, in ein paar Wochen geben Sie Ihr Bühnendebüt als Salome. Haben Sie schon Bauchtanz geübt?
Bis jetzt nicht – obwohl ich den traditionellen Bauchtanz sehr feminin und sinnlich finde. Aber meine Erfahrungen mit Tanzunterricht bestehen im Wesentlichen aus einigen Ballettstunden. Obwohl ich Tanz sehr mag, wird aus mir sicher keine Tänzerin mehr.
Salome-Darste...
«…um Ihren Namen dreht sich die ganze Geschichte der Musik seit 10 Jahren, und bey jedem Musiker, den man jetzt zu besprechen hat, wird man unwillkürlich auf die Frage gerathen in welchem Verhältniß er zu der Meyerbeerschen Musik gestellt ist oder sich gestellt hat.» Heinrich Heines briefliche Bemerkung von 1842 gegenüber Giacomo Meyerbeer ist keine Schmeichelei,...
