«Es wird immer eine Melodie»
Während der 1960er- und 1970er-Jahre wurde in der Bundesrepublik Deutschland die Kunstform Oper von ihren Fundamentalkritikern als zu lebensfern und teuer gebrandmarkt. Reaktionär, schon gar nicht gesellschaftsrelevant und den freien Künstlerinnen und Künstlern die Subventionen stehlend sei das Ganze – so lautete die Dauerkritik aus der politisch linken, respektive dann links -alternativen Szene, die beharrlich und ziemlich lautstark ihr auskömmliches Stück vom öffentlichen Kunstsubventionskuchen einforderte.
Kollektivwerke, so beispielsweise die als «moralisch» titulierte Oper «reconstructie» (1969) von Louis Andriessen, Reinbert de Leuuw und drei weiteren niederländischen Komponisten, sollten die stark kapitalismusverdächtige Arbeitsteilung überwinden und der Gattung frische, vor allem niedrigschwellige Impulse geben.
Der Betrieb reagierte darauf – auch dank des eingeschlagenen «Wegs durch die Instanzen» – überraschend entspannt und rasch, stellte die entsprechenden Finanzmittel generös zur Verfügung und kreierte neue Veranstaltungsformate, beispielsweise die Kammeroper. Studiobühnen wie die Musiktheater-Werkstätten von Carla Henius boten den entsprechenden künstlerischen ...
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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Essay, Seite 70
von Achim Heidenreich
arte
05.09. – 23.05 Uhr
Kissinger Sommer 2025
Tschechische Philharmonie
Beim Kissinger Sommer standen im vergangenen Jahr ausschließlich Werke tschechischer und französischer Komponisten auf dem Programm. Maurice Ravels «La Valse» eröffnete den Abend, gefolgt von Saint-Saëns’ Erstem Cellokonzert und Dvořáks «Slawischen Tänzen».
06.09. – 17.45 Uhr
Concerto per...
Tja, so ist das, wenn Götter in Liebe (oder besser: in das, was sie darunter verstehen) entbrennen. Schwierig ist’s und ziemlich kompliziert. Vor allem dann, wenn diese Götter, um von sich selbst abzulenken, wie aus dem Nichts, verkleidet und geschlechtsverwandelt vor dem Subjekt ihrer ungeheuer -lichen erotischen Begierden auftauchen. So wie unser Freund Jupiter...
Herr Behle, was haben Sie gelernt nach Ihrer ersten Operette?
Der wichtigste Punkt war wohl: Was kann ich einem Orchester zutrauen, wenn die Probenzeit begrenzt ist? Wie bekomme ich mit möglichst geringem Aufwand das zu hören, was ich möchte? Das betrifft auch Tempiwechsel oder Rhythmusänderungen, die beim Einstudieren viel Zeit brauchen. Vom Studium her waren wir...
