Einfach nur magisch

Cavallis «La Calisto» mit Sébastien Daucé, dem Ensemble Correspondances sowie herausragenden Sängerinnen und Sängern

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Tja, so ist das, wenn Götter in Liebe (oder besser: in das, was sie darunter verstehen) entbrennen. Schwierig ist’s und ziemlich kompliziert. Vor allem dann, wenn diese Götter, um von sich selbst abzulenken, wie aus dem Nichts, verkleidet und geschlechtsverwandelt vor dem Subjekt ihrer ungeheuer -lichen erotischen Begierden auftauchen. So wie unser Freund Jupiter alias Zeus – alias Giove.

So heißt der oberste Olympier in Francesco Cavallis Oper «La Calisto»; der ebenso schönen wie keuschen Titelheldin erscheint er ausgerechnet in der Gestalt der Jagdgöttin Diana, und dieser kann die Nymphe eben so gar nicht widerstehen. Das hat Folgen. Erhebliche Folgen.

Cavallis diamanten schimmerndes Dramma per musica, 1651 im venezianischen Teatro Sant’ Apollinaire uraufgeführt und wenig später in Vergessenheit geraten, hat die Musikbühnen inzwischen, wenn nicht im Sturm erobert, doch zumindest von seiner erklecklichen Qualität überzeugt. Und so kamen die Besucherinnen und Besucher beim Festival d’Aix-en-Provence im vergangenen Jahr auch in den Genuss, das Stück im Théâtre de l’Archevêché erleben zu dürfen, in Jetske Mijnssens scharfsinnig-poetischer Inszenierung. Das Glück wollte es, dass ...

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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Medien, Seite 54
von Jürgen Otten

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