Es tut gut zu entschleunigen
Eine Allerweltsfrage bekommt eine neue Bedeutung: Wie geht es Ihnen?
Wenn man von 100 auf null runterfährt, dann reagiert die Psyche entsprechend. Sonst habe ich immer innerlich einen gewissen Dampf, weil man ständig an den nächsten Termin denkt. Und nun muss sich der Körper eben umstellen. Ich weiß nicht, wann sich meine Engagements fortsetzen. Wenn man es philosophisch nimmt: Es tut gut zu entschleunigen. Auch das merke ich.
Sie mussten runterfahren, weil die Scala ihre «Salome» wegen mehrerer Corona-Fälle absagte.
Ich hatte zuvor noch mit Yannick Nézet-Séguin drei konzertante Aufführungen der «Frau ohne Schatten». In Paris, Dortmund und Rotterdam – mit das Schönste, Unfassbarste, das ich in meinem Leben machen durfte. Zwischendurch war ich immer mal wieder in Mailand. Als die zona rossa noch weit entfernt war, hieß es, dass ein Kollege im Chor positiv getestet worden und mittlerweile daheim sei. Ihm gehe es gut. Daraufhin sagte die Scala einige Vorstellungen ab, «Il trovatore» zum Beispiel oder «Il turco». Wir probten weiter. Nach einer Orchestersitzprobe und einer Bühnenorchesterprobe wurden Ende Februar plötzlich alle weiteren Vorbereitungen abgesagt. Eine Woche vor der ...
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Opernwelt Mai 2020
Rubrik: Thema, Seite 22
von Markus Thiel
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Zeit ist aus den Fugen. Wir hätten nie gedacht, dass unsere Städte und Länder den Shutdown erleben, dass Theater schließen, Opern nicht mehr spielen, Tänzer nicht mehr tanzen; jedenfalls nicht mehr öffentlich auf der Bühne, sondern bestenfalls im Streaming.
Menschenleben stehen «zur Disposition», wenn nicht mehr allen...
On the top zu sein, wie die Briten es so elegant zu formulieren wissen (das deutsche Wort «obenauf» klingt dagegen doch etwas verzopft), hat einen immensen Vorteil: Man sieht mehr. Weiter. Besser. Klarer. Vom zwölften Stockwerk des geschmackvoll eingerichteten Comfort Hotels Winn im Zentrum von Umeå beispielsweise, 52 Meter über dem Meeresspiegel, schaut man nicht...
Kurioser als die Gesangskarriere der amerikanischen Sopranistin Eileen Farrell (1920-2002) ist im 20. Jahrhundert wohl keine verlaufen. Begonnen hat sie mit einer eigenen Radioshow im CBS-Rundfunk, geendet ist sie als Blues-Sängerin mit populären Alben. Dazwischen liegen Triumphe als Konzertsängerin und weniger erfolgreiche Opernauftritte an der New Yorker Met....
