Wenn die Birken leuchten
On the top zu sein, wie die Briten es so elegant zu formulieren wissen (das deutsche Wort «obenauf» klingt dagegen doch etwas verzopft), hat einen immensen Vorteil: Man sieht mehr. Weiter. Besser. Klarer. Vom zwölften Stockwerk des geschmackvoll eingerichteten Comfort Hotels Winn im Zentrum von Umeå beispielsweise, 52 Meter über dem Meeresspiegel, schaut man nicht nur herunter auf das hübsche, backsteinrote Rathaus aus dem 19.
Jahrhundert, den mit Steinplatten ausgelegten Marktplatz und mehrere, rechteckig angelegte Einkaufsstraßen rundherum, man hat überdies einen wunderbaren Blick bis zu den Birkenwäldchen am Ufer des Flusses, den eine silbrige Kruste überzieht. «Umeå River», so hat es der freundliche Taxifahrer, der eigentlich aus Istanbul stammt, aber auf verschlungenen Pfaden in den hohen Norden gelangte (und seine Wahlheimat trotz der gefühlt 50 Grad Temperaturdifferenz außerordentlich liebt), in lupenreinem Englisch erklärt, sei der Name des frühlings wie sommers träge dahinfließenden, in Herbst und Winter stummen Stromes. Nur hat er nicht Umeå gesagt, sondern Umeò. Na gut, dann eben Umeò. Oder, wie es die ganz gewieften Einheimischen nennen: Ümme.
«Umeò» oder «Ümme» ist ...
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Opernwelt Mai 2020
Rubrik: Reportage, Seite 48
von Jürgen Otten
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Für ungewöhnliche Projekte war The Industry schon immer gut. Mit «Sweet Land» ist der freien Operntruppe in Los Angeles nun der nächste große Wurf gelungen – eine faszinierende Performance über die Kolonisierung der Ureinwohner Nordamerikas. Als Bühne diente die Natur: der in Sichtweite des Zentrums gelegene State Historic Park. Während die «Handlung» unter freiem...
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