Choreografie der Welt
Seine Neigungen waren vielfältig. Joseph Beuys, vor 100 Jahren geboren, war nicht nur Aktionskünstler, Gesamtkunstwerker, Bildhauer, Zeichner, Medailleur und Kunsttheoretiker, er war zudem ein großer Musikenthusiast. Doch nicht unbedingt im konventionellen Sinne.
Das Phänomen Klang bildete für ihn eine besondere semantische Konstante, und als solche betrachtete er gesprochene und zu hörende, notierte und (laut-leise) zu lesende, gelegentlich auch gesungene Sprache als eine essenzielle Artikulationsform innerhalb seiner erweiterten Kunst, die das ganz normale Leben zu integrieren imstande war und damit das Ideal einer «Sozialen Plastik» avisierte. In seinen, von der Fluxus-Bewegung inspirierten Sprechstücken und Kunstaktionen nahm der «Laut/Sprecher» und «Ton/Musiker» Beuys häufig Bezug auf musikalische Parameter und erwies sich somit – wie ebenfalls der von ihm verehrte John Cage – als Erneuerer der Ton-Kunst
Sprache, Szene und Musik – die zusammenwirkenden Kerningredienzien der Oper verfangen als künstlerische Allianz auch dort, wo von Musiktheater oder vom Theater mit Musik kaum je die Rede ist. Für Joseph Beuys bildet die gesprochene und zu hörende, die notierte und ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Joseph Beuys, Sprache, Szene, Musik, Seite 46
von Stefan Fricke
Das Publikum in Fußballstadien unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von demjenigen in Opernhäusern: Es versteht in aller Regel viel, viel mehr von dem, um was es geht.
Im Jahr zwei nach des Corona-Virus Geburt kam nun ziemlich unerwartet eine weitere wesentliche Unterscheidung hinzu: Fußball darf, Theater nicht. Die Frage nach der gesellschaftlichen...
Wer an die vergangene Saison denkt, muss von Leid sprechen. Am 1. März 2020 hatte eine «Winterreise» an Stuttgarts Staatsoper Premiere. Wie immer dabei der hochgewachsene Unternehmer und Mäzen Helmut Nanz, Vorsitzender der Bachakademie, Förderer des Stuttgarter Kammerorchesters, Sammler von Mozart-Autografen. Gut gelaunt tauschte der 76-Jährige mit vielen ein paar...
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