Erhöhte Betriebstemperatur

Bonn: d’Albert: Der Golem

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Der Mythos vom Golem, einem durch Menschenhand geschaffenen Monstrum aus Lehm, ist uralt, und er geistert in vielen Varianten durch die Geschichte. Der jeweilige Zeitgeist deutet das Schauermärchen immer wieder neu. Auch die klassische Moderne kramte den Golem aus. Paul Wegener drehte seine expressionistische Stummfilmtrilogie nach der Vorlage von Arthur Holitschers Drama, das Eugen d’Albert für seine Oper verwendete. 1926 aus der Taufe gehoben, war d’Alberts Werk wegen des jüdischen Milieus schon bald nicht mehr genehm.

Nach einigen Wiederbelebungsversuchen in den achtziger und neunziger Jahren bricht in Bonn GMD Stefan Blunier nun eine Lanze für das schillernde, durchaus reizvolle Werk.

Wüsste man das Uraufführungsdatum nicht, würde man d’Alberts Musik spontan um einiges zurückdatieren, so süffig spätromantisch rauscht und wagnert es aus dem Graben. Dann aber grüßen auch Strauss, Schreker, Korngold und Hollywood. Die in salbungsvollem Ton gesetzten Worte des Rabbi Loew sind deutlich denen des Hans Sachs nachempfunden, die anspruchsvolle Partie der somnambulen Rabbi-Tochter Lea changiert dagegen zwischen Wagner’schen Erlösungsgebeten à la Elsa, sinnlichen Arabella-Kantilenen und ...

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Opernwelt März 2010
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Regine Müller

Vergriffen
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