Versionen eines Mythos
Die Aufführungsgeschichte von Glucks «Orpheus» steht in einem irritierenden Widerspruch zu der Bedeutung, die das Stück für die Entwicklung der Oper hat. Obwohl die 1762 erstmals aufgeführte «azione teatrale» den geschlossenen Werkbegriff etablierte, ist kaum eine Oper über die Jahrhunderte stärker den Moden und Usancen des Betriebs angepasst worden.
Daran ist der Komponist nicht ganz unschuldig: Glucks Umarbeitungen, vor allem die Pariser Fassung für hohen Tenor, spannten schon früh einen Möglichkeitsraum für Mischfassungen und Transpositionen auf, dem selbst die historische Aufführungspraxis und ihr rigider Werkbegriff erstaunlicherweise nichts anhaben konnten.
So radikal wie von David Alagna in seiner 2008 für Bologna erstellten Fassung wurde der «Orpheus» vermutlich kaum je zurechtgestutzt: Schon nach wenigen Ouvertürentakten geht es mitten hinein in den Furientanz des zweiten Akts, zu dem hier Orpheus und Eurydike Hochzeit feiern. Alagna ordnet sein «Orpheus»-Material nicht nur neu, sondern verändert auch die Musik selbst: Das Trio «Tendre amour» aus dem letzten Akt etwa wird dem Chor zugeteilt, der damit seiner Trauer über den Autounfall des jungen Paares Ausdruck gibt, und ...
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ARTE
1.3. – 6.00 Uhr
30 Jahre Ensemble Intercontemporain.
Konzert in der Pariser Cité de la Musique 2007. Musikalische Leitung: Susanna Mälkki, Peter Eötvös, Pierre Boulez. Werke von Ligeti und Boulez.
1.3. – 20.20 Uhr
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Die Kunst des Frédéric Chopin.
Dokumentation von Gérard Caillat.
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Galakonzert aus Warschau.
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Im Jahr 2005 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift «Wagnerspectrum». Was damals angekündigt wurde, hat sich in den zehn bislang erschienenen Heften zweifellos bewahrheitet: «Wagnerspectrum» ist zu einem Forum für die interdisziplinäre und internationale Wagner-Forschung geworden. Zum zentralen Forum mithin, dessen Sachbezogenheit und Themenbreite eine Conditio...
Herr Gerhaher, wo haben Sie den ersten Vormittag in diesem Jahr verbracht?
(schmunzelnd) Ich weiß, worauf Sie hinauswollen. Nein, nicht im Großen Musikvereinssaal in Wien. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker habe ich mir auch nicht im Fernsehen angesehen. Ich bin kein Freund dieses Events; man muss jedem Menschen solche Idiosynkrasien zugestehen.
Was stört...
