Lebende Bilder im Zelt
Abgebrannt ist die Opéra Royal de Wallonie zwar nicht, aber das Stammhaus in Lüttich muss nach offiziellen Angaben über mindestens zwei Jahre saniert und renoviert werden. Deshalb spielt man seit Saisonbeginn in jenem Theater-Zeltpalast, mit dem Venedig den Wiederaufbau von «La Fenice» überbrückt hat – immerhin acht Jahre lang. Skeptiker prognostizieren für die wirtschaftlich angeschlagene ostbelgische Industriestadt ähnliche Zeiträume.
Im «Palais Opéra» hat man sich offenkundig auf längeres Verweilen eingerichtet, samt klassischem Theatergestühl, Holzparkett und VIP-Loge. Die Akustik ist besser, als man erwarten würde – sofern man die dezente Verstärkung von Orchester und Bühne akzeptiert, ohne die der Klang wahrscheinlich auseinanderbröseln würde. Immerhin sitzen Hörner und Pauke im breiten «Graben» rund 25 Meter Luftlinie voneinander entfernt. Gerade kommt einem der Gedanke, diese Variante könne angesichts manch maroden, aber aus Geldmangel nicht sanierten deutschen Theaters eine Alternative darstellen, da stören eine beharrlich brubbelnde Heizbelüftung und die regelmäßig vorbeieilenden Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr dann doch das Veroneser Idyll.
Kein leichter Job für ...
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