Erfrischend schnippisch
Junge Liedersänger und Lied-Duos haben heute vielfältige Möglichkeiten, in diesem wohl schwierigsten Repertoire des klassischen Gesangs ihren Weg zu machen. In Deutschland helfen die Stuttgarter Hugo-Wolf-Akademie und die Heidelberger Liedakademie mit ihren Wettbewerben, in Frankreich die 2018 gegründete Académie Orsay-Royaumont mit ihren Liedkursen. Das Abschlusskonzert des von Véronique Gens und ihrer Klavierpartnerin Susan Manoff betreuten Studienjahrs 2023/24 der französischen Académie ist nun als Mitschnitt auf dem französischen Independent-Label b·records erschienen.
Den programmatisch weitesten Bogen schlägt der von Cole Knutson begleitete Schweizer Bariton Joël Terrin, der sich als der fertigste Sänger unter den vier Preisträgern erweist. Seine technisch perfekte Stimme spricht in allen Lagen an, er deklamiert gut, verfügt über ein individuelles, fast tenorales Timbre und ist ein glänzender Geschichtenerzähler. Kurt Weills 1934 im französischen Exil entstandenen Ohrwurm vom imaginären Traumland «Youkali» intoniert er mit der lässigen Eleganz eines Chansonniers. Schuberts unverwüstliche «Forelle» besitzt verschmitzten Charme, Reynaldo Hahns Vertonung von Paul Verlaines ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Medien, Seite 40
von Uwe Schweikert
Sie habe immer geschrieben, um der Hölle zu entkommen, aber vergeblich: Das notierte die britische Dramatikerin Sarah Kane, wenige Monate bevor sie sich mit nur 27 Jahren das Leben nahm. In ihrem 1999 vollendeten Theaterstück «4.48 Psychose» schildert sie den Seelenkampf einer psychisch erkrankten Frau am Abgrund einer schweren Depression. Philip Ve -nables hat...
Mit dem «Ring» ist es eine vertrackte Sache. Sieht man die vier Teile rasch hintereinander, setzt man sich nicht nur zeitlich einem Marathon aus, auch auf der Bühne wird zuweilen stimmlich und logistisch mit den Anforderungen gekämpft. Also gibt es an vielen Häusern oft große Pausen zwischen den einzelnen Stücken, um dann das Endergebnis als Zyklus zu präsentieren....
Wie Leoncavallo, Delibes oder Ponchielli ist auch Bizet der Komponist einer einzigen Oper. Wer kennt im Ernst mehr als seine «Carmen»? Gewiss, auch «Les Pêcheurs de perles» werden gelegentlich aufgeführt. Doch vor allem, weil es sich um eine One-Hit-Oper handelt. Im Fokus steht das Duett von Tenor und Bariton, die zu Flötentönen die verführerische Schönheit einer...
