Entschlackte Bilder

Peter Brooks «Zauberflöte» im Théâtre des Bouffes du Nord

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Der große Peter Brook ist noch einmal an die Stätte seiner einstigen Triumphe zurückgekehrt. Viele Jahre leitete er das Théâtre des Bouffes du Nord. Der entkernte hohe Bühnenraum des einstigen Amüsieretablissements entsprach Brooks Theaterästhetik, für die der «Leere Raum» einen wichtigen Beitrag zur Inszenierung darstellt. Im Mittelpunkt dieses Raumes steht der Schauspieler, der Sänger. Auf den laufen alle Linien der theatralischen Aktionen zu. Und von ihm gehen, wie in der Vektorenrechnung, die Richtungspfeile in den Raum zurück.

Zwischen Raum und Darsteller entsteht dabei ein oft fast magisches Spannungsverhältnis.

Peter Brook, inzwischen 85 Jahre alt, aber unverändert lebendig im Ausdruck seines Gesichts und seiner wachen Augen, hat in diesem Theater auch Opern inszeniert: Bizets «Carmen» oder Debussys «Pelléas et Mélisande», in verschlankten Fassungen, nur mit Klavierbegleitung. «Carmen» trat wieder in die Nähe und Härte der Mérimée-Erzählung; «Pelléas» entfaltete gleichsam exotische Farben und Formen. Das japanische Nô-Spiel lugte hervor.

Jetzt also Mozarts «Zauberflöte». In einer typischen Brook-Version: der «Leere Raum», mit rot changierenden Farben ausgemalt, alles mürbe und ...

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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Gerhard Rohde

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