Entrückt, ganz nah
Plácido Domingo, Generaldirektor der Los Angeles Opera, hatte sich für den ersten «Ring» in der kalifornischen Metropole etwas Außerordentliches gewünscht. Zunächst schwebte ihm ein «Star Wars»-Treatment in Zusammenarbeit mit dem Hollywood-Mogul George Lucas vor. Doch als die Produktionskosten auf über 80 Millionen Dollar anwuchsen, musste er sich etwas anderes einfallen lassen. Auf Anraten seines Künstlerischen Leiters Edgar Baitzel wandte man sich an Achim Freyer, der 2003 in Los Angeles eine grandiose Inszenierung von Berlioz’ «La Damnation de Faust» erarbeitet hatte.
Zwar ließ Freyer damals verlauten, diese Arbeit werde seine letzte Operninszenierung sein. Doch machte er in Europa weiter, und das Wagner-Angebot reizte ihn. Ein Glücksfall. Freyer hat die Produktion dem Andenken an den 2007 im Alter von 51 Jahren verstorbenen Edgar Baitzel gewidmet.
Freyer, von Haus aus Maler, zeigt einmal mehr die Bilderwelt eines Visionärs, der jenseits aller Schulen, Traditionen und Moden agiert. Den «Ring» hat er so gründlich analysiert, dass seine Deutung nicht nur im Sinne Wagners funktioniert, sondern auch als künstlerisches Testament von einzigartigem Rang Bestand hat. So viel jedenfalls ...
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