Entre nous
Für Enthusiasten des italienischen Belcanto ist das Londoner Label Opera Rara Kult. 62 editorisch wie künstlerisch mustergültig betreute Gesamtaufnahmen fast durchweg vergessener Opern von Giovanni Simone Mayr bis Ruggero Leoncavallo sind dort erschienen. Den Anfang machte 1978 Gaetano Donizettis «Ugo, Conte di Parigi», dem seither allein 26 weitere Opern dieses immer noch sträflich unterschätzten Komponisten folgten. Eine neue, Jacques Offenbach gewidmete Box erinnert daran, dass Opera Rara von Beginn an aber auch Frankreich und die heitere Muse im Visier hatte.
Drei ihrer fünf Offenbach-Produktionen finden sich hier – «Robinson Crusoe» und «Vert-Vert», ferner, unter dem Titel «Entre Nous», Auszüge aus unbekannten Werken des Operetten-Großmeisters, der seine Triumphe zwar mit frechen, anspielungsreichen Zeitstücken an den Bouffes-Parisiens feierte, aber nicht erst mit «Les contes d’Hoffmann» in seinem Todesjahr 1880 danach strebte, auf der großen Opernbühne Anerkennung zu finden.
Für Karl Kraus war der 1869 an der Pariser Opéra-Comique uraufgeführte «Vert-Vert», dessen Libretto er auch ins Deutsche übersetzte, eine der besten Opern Offenbachs: «Kein Zeitstück! Ein toter Papagei ...
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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 32
von Uwe Schweikert
Wenn ein Reisender in einer Winternacht … Ja, wenn also dieser Reisende in einer Winternacht (oder im Morgengrauen) nach Russland kommt und schon im Zug auf einen Mörder sowie einen bleichen Beamten trifft, nicht ahnend, dass auf der Sitzbank hinter ihm eine Tote liegt, dann kann man eigentlich sein gesamtes Vermögen darauf verwetten, dass man sich in einem Roman...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Gar nicht, höchstens bei kurzfristigen Umbesetzungen.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Oper geht überall.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Heimlich E-Mails und sonstige Textnachrichten schreiben.
Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Keine. Das ist immer eine Frage der Interpretation.
Welche Oper...
Einer derjenigen, die entdecken, die forschen, schürfen. Einer von denen in der Welt des Musiktheaters, die nicht «loslassen» können, wenn es um Unerforschtes, um Unentdecktes, genauer: um Opern und Opernstoffe geht, die am Rande des manchmal so einfallslos das Immergleiche aufbietenden Repertoires ihr Dasein fristen. Das war Andreas K. W. Meyer.
Meyer, im Juni...
