Belcanto in der Manege

Donizetti: L’elisir d’amore am Pfalztheater Kaiserslautern

Opernwelt - Logo

Manchmal muss man improvisieren. Wegen eines Wasserschadens im Dezember 2022 ist die Bühne im Pfalztheater Kaiserlautern nach wie vor nicht bespielbar. Für die Produktion von Donizettis «L’elisir d’amore» musste ein Ausweichquartier gefunden werden. Die mehrfach verschobene Premiere fand nun in einem Zirkuszelt neben dem Kaiserslauterer Warmfreibad statt. Belcanto in der Manege – eine Notlösung mit besonderem Charme, wie die temporeiche Inszenierung von Anja Kühnhold zeigte. Bevor das Spektakel losging, servierten livrierte Verkäufer mit Bauchladen Popcorn und Getränke.

Das Publikum saß im Halbrund gegenüber dem Orchester und blickte in eine Zirkusarena von nachgerade nostalgischem Flair. Im Zentrum ein weißer Pavillon aus Metall mit trapezartiger Schaukel, geschmückt mit roten Luftballons, eingegrenzt durch goldglitzernde Podeste. Von der ersten Szene an warten die Regisseurin und ihre Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Sophia Blersch mit allem auf, was die Zirkuswelt zu bieten hat. In knallbunten Kostümen wirbeln Jongleure, Tänzerinnen, Artistinnen und Artisten, Zauberer und Messerwerfer über die Bühne. Eine fantasievolle Farbexplosion mit zahlreichen witzigen Details, darunter ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Silvia Adler

Weitere Beiträge
Mann in der Bar

Uraufgeführt wurde Terence Blanchards Oper «Champion» 2013 im (mit 987 Plätzen mittelgroßen) Opernhaus von St. Louis. Nun, nach dem Erfolg von Blanchards «Fire Shut Up in My Bones», kam das Stück in einer «überdimensionalen» Version auf die Bühne der Met. Damit ist der Jazztrompeter und Filmmusikkomponist der erste Schwarze, von dem überhaupt eine Oper an der Met...

Lichte Stunden

Die Schwestern Nadia (1887–1979) und Lili Boulanger (1893–1918) gehören zu den Ikonen der Gender-Musikgeschichtsschreibung. Die frühverstorbene Lili, in Nadias Überzeugung die erste bedeutende Komponistin, hinterließ ein schmales, aber gewichtiges Œuvre. Nach Lilis Tod empfand Nadia ihr eigenes Schaffen als «überflüssig», gab das Komponieren auf und stellte ihr...

Ideale Synthese

Ein Libretto für eine Symphonie! – ein Orchester, das eine Oper darstellt!» Mit Enthusiasmus für das scheinbar Unmögliche begrüßt Berlioz’ Librettist Émile Deschamps, der zuvor am Libretto von Meyerbeers «Hugenotten» mitgewirkt hatte, die Idee einer Symphonie dramatique mit Gesangssolisten und Chören. «Roméo et Juliette» wird, nach dem Misserfolg des «Benvenuto...