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Bad Wildbad kombiniert Rossinis «Sigismondo» und «Demetrio e Polibio» mit Raritäten von Bellini und Balducci

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Die Natur hat die junge Russin Margarita Gritskova mit einer Riesenstimme ausgestattet: einem Mezzosopran, fulminant in der Höhe, wie eine dunkle Glocke in der Tiefe und äußerst agil in den Auszierungen. Inzwischen singt sie in vorderster Reihe an der Wiener Staatsoper. Sie ist ein leuchtendes Beispiel für die Förderung junger Begabungen, wie sie Intendant Jochen Schönleber seit nunmehr 25 Jahren bei «Rossini in Wildbad» betreibt.

Die Sopranistin Maria Aleida und der wahrhaft kapitale Bass von Marcell Bakonyi gehören auch in diese Kategorie, während der heldisch auftrumpfende Tenor Kenneth Tarver im Grunde schon zu den alten Hasen zählt. Sie alle agieren in den Hauptpartien des «Sigismondo», den Gioachino Rossini mit 22 als neunte Oper aufs Papier warf. Sie wurde eine seiner erfolglosesten Arbeiten, taugte aber zur Resteverwertung, selbst für ein Meisterwerk wie den «Barbier von Sevilla». Dessen Introduktion, dessen Verleumdungsrascheln sind auf Anhieb auszumachen. Und damit wären wir beim nimmermüde verfochtenen Ziel Nummer zwei des Festivalchefs: den Entdeckungen, die bei einem derart produktiven Komponisten immer noch möglich sind.

«Sigismondo» gab es 1995 schon einmal im ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Heinz W. Koch

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