Entlegene Pfade
Die Natur hat die junge Russin Margarita Gritskova mit einer Riesenstimme ausgestattet: einem Mezzosopran, fulminant in der Höhe, wie eine dunkle Glocke in der Tiefe und äußerst agil in den Auszierungen. Inzwischen singt sie in vorderster Reihe an der Wiener Staatsoper. Sie ist ein leuchtendes Beispiel für die Förderung junger Begabungen, wie sie Intendant Jochen Schönleber seit nunmehr 25 Jahren bei «Rossini in Wildbad» betreibt.
Die Sopranistin Maria Aleida und der wahrhaft kapitale Bass von Marcell Bakonyi gehören auch in diese Kategorie, während der heldisch auftrumpfende Tenor Kenneth Tarver im Grunde schon zu den alten Hasen zählt. Sie alle agieren in den Hauptpartien des «Sigismondo», den Gioachino Rossini mit 22 als neunte Oper aufs Papier warf. Sie wurde eine seiner erfolglosesten Arbeiten, taugte aber zur Resteverwertung, selbst für ein Meisterwerk wie den «Barbier von Sevilla». Dessen Introduktion, dessen Verleumdungsrascheln sind auf Anhieb auszumachen. Und damit wären wir beim nimmermüde verfochtenen Ziel Nummer zwei des Festivalchefs: den Entdeckungen, die bei einem derart produktiven Komponisten immer noch möglich sind.
«Sigismondo» gab es 1995 schon einmal im ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Heinz W. Koch
Herr Carreras, war die zweite und letzte Vorstellung von «El Juez» in Wien eigentlich Ihr letzter Auftritt auf der Opernbühne?
Wer sagt das?
Nun, in Ihrem offiziellen Terminkalender tauchen keine Folgeprojekte auf.
Ach, wer weiß. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, etwas in dieser Art zu singen, eine Oper, in deren Entstehung ich von Beginn an einbezogen bin, bei der...
Ums große Jubiläum hat Charles MacKay nicht viel Wind gemacht. Der General Manager der Santa Fe Opera ist seit 2008 im Amt, doch die Company in New Mexico wurde in diesem Sommer 60 Jahre alt. Gleichwohl verzichtete man auf ein spezielles Festprogramm, setzte bei den fünf Produktionen auf Repertoirestücke und die bewährte Mischung aus szenischer Kulinarik und...
Natürlich darf Shakespeare im Jubeljahr auch beim Glyndebourne Festival nicht fehlen: Er bekam mit «Béatrice et Bénédict» eine prominente Position im Programm. Berlioz’ letzte Oper – eine Version von «Viel Lärm um nichts» – kam 1862 in Baden-Baden heraus. Sie wird zwar gelegentlich aufgeführt, doch im Repertoire etablieren konnte sie sich bislang nicht. Auf dem...
