Auftakt zum Finale
Sommerfestivals für Musiktheater gibt es an vielen Orten, doch nicht überall harmonieren Kulisse und Akustik so gut wie in Heidenheim. Nicht nur die über der Stadt thronende mittelalterliche Ruine des Schlosses, die in diesem Jahr mit Puccinis «Bohème» bespielt wurde, sondern auch das gegenüberliegende, als Festspielhaus genutzte großzügige Congress Centrum bieten eine Atmosphäre, die nicht alltäglich ist.
An einem kühleren Abend etwa konnte man sich glücklich auf einen mit allem Komfort inszenierten Pariser Weihnachtsmarkt versetzen lassen (einschließlich Schlittschuhen und Zuckerwatte) – bildete das vergleichsweise opulente Bühnenbild doch die Folie, auf der Petra Luisa Meyer ein mehr leichtfertiges als leichtes Leben inszenierte, weniger in ein historisiertes Quartier Latin als in die zeitlose Realität einer jungen, mittel- wie verantwortungslosen Generation eingebettet. Der Bruch zwischen erfrischend frecher Partystimmung und dem traurigen Ende fällt so noch schärfer aus – auch darstellerisch wie stimmlich von einem jungen, hoch motivierten Ensemble überzeugend umgesetzt.
Soweit die trefflich geglückte Pflicht. Doch die weit über die Region hinaus bekannten Opernfestspiele ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 97
von Michael Kube
Ein starker Start, in jeder Beziehung. Das Badische Staatstheater in Karlsruhe stemmt den vierten «Ring des Nibelungen», seit es 1975 sein neues Haus bezog. Alle zehn Jahre soll ein neuer Anlauf sein. Das Unternehmen lässt sich diesmal mutig an. Wie damals bei Klaus Zehelein in Stuttgart sind’s vier (nun freilich jüngere) Regisseure, die sich ans Werk machen....
Mein Königreich für ein Pferd! Shakespeares Richard III. bietet diesen Tauschhandel an. Und die mangels equestrianischer Hilfe im Badeort Plombières festsitzende Gesellschaft, die zur Krönung Karls X. nach Reims will, wäre ihm wohl gern gefolgt. Doch der Deal misslingt, wenn dies bei den Letzteren auch nicht zum Selbstmord führt wie im Falle des englischen...
Anfang August hat der Deutsche Bühnenverein mal wieder Zahlen veröffentlicht, die sogenannte Werkstatistik. Die Saison 2014/15 nach Sparten sortiert, in Tabellen quantifiziert, auf 416 Seiten. Neue Einsichten? Nicht wirklich. In der Oper liegen die üblichen Verdächtigen vorn. Allerdings hat Mozart diesmal die Chart-Krone an Verdi verloren. Mit 124...
