Auftakt zum Finale
Sommerfestivals für Musiktheater gibt es an vielen Orten, doch nicht überall harmonieren Kulisse und Akustik so gut wie in Heidenheim. Nicht nur die über der Stadt thronende mittelalterliche Ruine des Schlosses, die in diesem Jahr mit Puccinis «Bohème» bespielt wurde, sondern auch das gegenüberliegende, als Festspielhaus genutzte großzügige Congress Centrum bieten eine Atmosphäre, die nicht alltäglich ist.
An einem kühleren Abend etwa konnte man sich glücklich auf einen mit allem Komfort inszenierten Pariser Weihnachtsmarkt versetzen lassen (einschließlich Schlittschuhen und Zuckerwatte) – bildete das vergleichsweise opulente Bühnenbild doch die Folie, auf der Petra Luisa Meyer ein mehr leichtfertiges als leichtes Leben inszenierte, weniger in ein historisiertes Quartier Latin als in die zeitlose Realität einer jungen, mittel- wie verantwortungslosen Generation eingebettet. Der Bruch zwischen erfrischend frecher Partystimmung und dem traurigen Ende fällt so noch schärfer aus – auch darstellerisch wie stimmlich von einem jungen, hoch motivierten Ensemble überzeugend umgesetzt.
Soweit die trefflich geglückte Pflicht. Doch die weit über die Region hinaus bekannten Opernfestspiele ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 97
von Michael Kube
Impressum
57. Jahrgang, Nr 9/10
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752293
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 15.08.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S....
In «Idomeneo», seiner vielleicht radikalsten, jedenfalls vor innovativer Musik geradezu berstenden Oper, zeigt Mozart das Psychodrama eines traumatisierten Kriegsheimkehrers und träumt zugleich eine Aufklärungsutopie. Auf der Rückfahrt vom trojanischen Krieg gerät Idomeneo in einen Sturm und gelobt Neptun, denjenigen zu opfern, der ihm als Erster nach der...
An frischer Luft den Atem leicht zu heben. Ob in den sogenannten «Schanigärten» (nach dem alten Wiener Dienernamen Jean), die alljährlich zur Sommerzeit aus den Gehsteigen vor Wiens Restaurants wachsen wie Pilze nach dem Regen. Ob in den diversen Freiluftbühnen um Wien, wobei die Gast- und die Kunststätten einander kulinarisch durchaus verwandt sind. Man muss das...
